Des einen kalter Kaffee, ist des andern Cold Brew. Mal ganz davon abgesehen, dass guter Kaffee kalt auch noch schmecken sollte, liegt der Zubereitung eines Cold Brew Kaffees eine andere Philosophie zugrunde. Für einen guten Cold Brew braucht es Zeit. Diese Zeit ist aber gut investiert, denn im Ergebnis ist der kalt extrahierte Kaffee – nicht nur, aber besonders – im Sommer eine erfrischende Alternative zur üblichen Tasse heißen Kaffees.

Bei den herkömmlichen Zubereitungsmethoden wie Kaffee aus dem Handfilter oder Espresso aus der Espressomaschine, werden die Aromen durch Hitze aus den Kaffeepartikeln gelöst. Bei der kalten Kaffee Zubereitung wird das gleiche Ziel über Zeit statt Temperatur erreicht. Bei der Extraktion mit heißem Wasser werden die Aromakomponenten schnell aus dem Kaffeemehl herausgelöst. Die hohe Temperatur lässt die Säuren und Öle schnell abbauen und oxidieren. Das kann dafür sorgen, dass Kaffee säuerlich und bitter schmeckt, wenn er zu lange zieht oder das Mengenverhältnis nicht stimmt.

Diese Gefahr besteht bei kalt extrahiertem Cold Brew nicht. Die Extraktion ist zeit-, nicht hitzeinduziert. Dadurch entsteht aus dem gleichen Kaffee ein Getränk mit komplett anderem Geschmacksprofil. Einem sehr milden, sehr sanftem Geschmacksprofil. Das liegt daran, dass viele der süßlicheren Aromakomponenten des Kaffees auch in kaltem oder raumtemperierten Wasser löslich sind. Die Öle und Säuremoleküle indes sind das nicht in dem Maße. Zwar ist Cold Brew im Hinblick auf die Pulver-Wasser-Ratio und dem Koffeingehalt vielleicht stärker, als der herkömmlich zubereitete Kaffee. Aber er schmeckt trotzdem nicht bitter oder herb.

Klingt verlockend? Dann nichts wie ran an die Cold Brew Zubereitung!

Cold Brew Zubereitungs-Checkliste:

Kaffeemenge:
85g

Mahlgrad:
grob

Wassermenge:
1 Liter

Temperatur:
Zimmertemp.

Brühdauer:
mind. 12h

Kaffee:
Frische, kolumbianische Bohnen für Filterkaffee.

Kaffee-Equipment:
Cold Brew Zubereiter

CafCaf Cold Brew Zubereitung Anleitung, selbst gemacht Zuhause

Häufige Fragen zur Cold Brew Zubereitung:

Unsere Kaffee-Empfehlung für deinen Cold Brew

Auch hier gibt es keine astrein allgemein gültige Antwort, weil die Ratio von Kaffeesorte, Zubereiter und vor allem persönlichem Geschmack abhängig ist. Als grobe Orientierung empfehlen wir ein Wasser-Kaffeemehl-Verhältnis von 5:1. Damit sollte man einen gut ausgewogenen Cold Brew zaubern können, den man pur und auf Eis genauso genießen kann, wie verdünnt mit Wasser, Milch, Sorbet, Tonic Water oder Fruchtsäften und sogar Alkohol. Für ein Cold Brew Konzentrat ist die Empfehlung, Wasser und Kaffeepulver im Verhältnis 2:1 zu mischen.

Bei diesen Angaben handelt es sich um absolute Richtwerte für die Cold Brew Zubereitung im Extra Zubereiter oder im handelsüblichen Einmachglas. Einfach ausprobieren und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen, solange, bis es schmeckt.

In unserem Tutorial haben wir genau 85g unseres Del Bosque Honey’s verwendet. Das Gleiche Pulver-Wasser-Verhältnis funktioniert auch mit unserem Del Bosque Washed’ und El Guadual – viel Spaß beim Experimentieren 🙂

Flüssiges. Zwar gibt es auch Cold Brew Zubereiter, in denen man Kaffee mit Eiswürfeln extrahieren kann, aber wir wollen uns an dieser Stelle zunächst einmal auf die klassische Version mit Wasser in flüssigem Aggregatzustand konzentrieren. Spaß beiseite: Wasser aus der Leitung ist im Grunde genommen vollkommen in Ordnung. Aber vor allem wer in Gegenden mit hartem Leitungswasser lebt, sollte das Wasser zuvor filtern. Alternativ kann man auch stilles Wasser aus der Flasche verwenden, wenn man keinen Wasserfilter besitzt.

Der richtige Mahlgrad für Kaffee, der als Cold Brew zubereitet wird, ist ein bisschen abhängig davon, in welchem Gefäß der kalte Kaffee extrahiert wird. Grundsätzlich aber sollte der Kaffee, sowohl für die Drip-Zubereitung, als auch für die Full-Immersion-Methode, mindestens mittelgrob, besser noch sehr grob gemahlen werden. Bei einer Mahlgrad-Skala von 1 für sehr fein bis 10 für sehr grob, sollte man sich für einen Mahlgrad ab 8, eher 9 entscheiden.

Man kann Cold Brew aus einer Espressoröstung machen. Weil das Ziel bei der Cold Brew Zubereitung ja aber ein erfrischendes Kaltgetränk ist, sind hellere Filterkaffeeröstungen besser geeignet. Bei diesen steht die fruchtige Komponente im Vordergrund und das kommt in Kombination mit dem Frischekick einer kalten Extraktion einfach besser, als die eher erdige Note einer Espressoröstung.

CafCaf empfiehlt für die Zubereitung eines Cold Brew Kaffees den honig-fermentierten Del Bosque – dieser bekommt durch die besondere Fermentation einen extra Touch Süße. Wer’s fruchtiger mag, sollte mal unseren Del Bosque Washed oder den El Guadual probieren.

Die Zubereitung von Cold Brew lässt sich im Grunde so zusammenfassen: Mittelgrob bis grob gemahlener Kaffee wird mit Wasser in Raumtemperatur übergossen und 12 Stunden ziehen gelassen. Aber wie bei jeder Zubereitungsmethode gibt es auch bei Cold Brew einige Parameter, die einfach stimmen müssen, um einen ausgewogenen Geschmack zu erzielen. Wie so oft, ist das Ergebnis auch beim kalt extrahierten Kaffee, von der Qualität der Ausgangsprodukte abhängig, ebenso wie vom Mengenverhältnis, von der Temperatur (kalt ist nicht gleich kalt) und der Zeit, die man dem Kaffee für die Extraktion zugesteht.

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Jetzt aber! Das CafCaf Cold Brew Rezept mit 4 Schritten:

CafCaf Cold Brew Zubereitung: Schritt 1 Kaffee grob mahlen

Schritt 1: Kaffee mahlen

Den Kaffee grob mahlen und in den Cold Brew Zubereiter füllen.

CafCaf Cold Brew Zubereitung: Schritt 1 Kaffee grob mahlen

Das Kaffeemehl sollte dabei so grob wie körniges Meersalz sein. Wir haben dir einen extra Beitrag über die richtigen Mahlgrade der verschiedenen Kaffeezubereitungsmethoden vorbereitet.

CafCaf Cold Brew Zubereitung: Schritt 1 Kaffeemehl in den Zubereiter einfügen
CafCaf Cold Brew Zubereitung: Schritt 2 Wasser in den Zubereiter eingießen

Schritt 2: Mit Wasser auffüllen

Den Cold Brew Zubereiter mit raumtemperiertem Wasser auffüllen.

CafCaf Cold Brew Zubereitung: Schritt 3 mindestens 12 Stunden ziehen lassen

Schritt 3: Ruhen lassen

Dem Cold Brew Zubereiter einen Deckel aufsetzen und mindestens 12 Stunden ruhen lassen. Warten, schlafen, Wäsche waschen oder einen Roadtrip machen.

CafCaf Cold Brew Zubereitung: Schritt 4 genießen

Schritt 4: Sieb entnehmen & genießen!

Nach 12 Stunden das Sieb aus dem Bereiter nehmen. In die Sonne setzen. Genießen!

Tipp 1: Wer keine Eiswürfel parat hat, und den Cold Brew nicht mit Eis verdünnen möchte, sollte immer ein paar Gläser im Gefrierfach bereit halten. Der CafCaf Cold Brew schmeckt daraus nicht nur hervorragend – er sieht sogar noch spektakulär aus!

Tipp 2: Sollte dein Cold Brew unerwünschten Kaffeesatz aufweisen, filtere ihn einfach durch ein Filterpapier, z.B. durch das des Hario V60.

Et voilà!

Zusätzliche Hinweise von Cold Brew Kaffee!

Cold Brew enthält mehr Koffein als andere Kaffeegetränke, sogar mehr als Filterkaffee und Espresso. Der erhöhte Koffeingehalt hat mit der längeren Extraktionszeit zu tun. Durch die niedrige Wassertemperatur werden aber deutlich weniger schwer verträgliche Komponenten aus dem Kaffee gelöst, sodass der Cold Brew trotz mehr Koffein sehr mild und somit gut verträglich ist. Wer allerdings Blutdruck- oder Herzprobleme hat, sollte seinen Cold Brew vielleicht dennoch lieber aus koffeinfreiem Kaffee herstellen.

Cold Brew im Kühlschrank extrahieren?

Es gibt Zubereitungsguides für Cold Brew, die empfehlen, den Kaffee im Kühlschrank ruhen zu lassen. Dann ist allerdings zu beachten, dass die Extraktionszeit sich exponentiell verlängert! Bei Raumtemperatur braucht ein guter Cold Brew 12 bis 20 Stunden (je nach Geschmack und Kaffeesorte). Im Kühlschrank dauert die Zubereitung ungleich länger. Besser ist, den Cold Brew über Nacht bei Raumtemperatur zu extrahieren und danach direkt in den Kühlschrank stellen zur Aufbewahrung.

Wie lange hält sich Cold Brew Kaffee?

Im Kühlschrank hält sich Cold Brew in einem luftdichten Gefäß bis zu 10, 14 Tage. Und selbst danach muss man ihn nicht unbedingt wegwerfen. Wer etwa Pflanzen Zuhause hat, die einen säuerliches Substrat bevorzugen, kann den alten Cold Brew zum Gießen verwenden. Nur nicht ständig und nicht zu viel, sonst tut der kalte Kaffee auch den Zimmerpflanzen irgendwann nicht mehr gut!

Was ist der Unterschied zwischen Cold Brew und Iced Coffee?

Man kann Cold Brew auf Eis trinken, ganz klar. Trotzdem ist ein Iced Coffee etwas anderes. Der Unterschied liegt in der Zubereitung. Ein Iced Coffee wird auf herkömmliche Art mit heißem Wasser extrahiert, dann abgekühlt und auf Eis serviert. Entsprechend ist der Geschmack ein anderer, als bei einem Cold Brew – was, wie eingangs bereits beschrieben, daran liegt, dass bestimmte Aromen sich nur bzw. besser unter Hitzeeinwirkung aus dem Kaffee lösen.

Apropos Cold Brew auf Eis!

Nichts geht über einen gut gekühlten Cold Brew – besonders bei sommerlichen Temperaturen. Wer auf Eiswürfel setzt, um den kalten Kaffee (zusätzlich) zu kühlen, aber fürchtet, dass der Kaffee dadurch verwässert, hat zwei Alternativen:

Entweder, man wählt statt einem 5:1-Verhältnis, ein 3:1 oder sogar ein 2:1-Verhältnis von Wasser zu Kaffeepulver, um ein Konzentrat herzustellen. Durch die Eiswürfel wird das Cold Brew Konzentrat im Glas oder Becher dann verlängert und das Ganze relativiert sich wieder.

Oder aber man setzt separat einen Kaffee oder gar Cold Brew an und macht daraus Eiswürfel, die man dann ins Glas gibt. So hat man direkt mehr Kaffee und das Verwässern bleibt auch aus.

Alternativen zum Cold Brew Bereiter

Braucht man, um Cold Brew herzustellen, unbedingt einen hippen Cold Brew Bereiter? Mitnichten. Man kann auch in einem gewöhnlichen Glasbehälter (zum Beispiel einem Einmachglas) Cold Brew herstellen. Auch die French Press oder die Aeropress können zur Extraktion des kalten Kaffee hergenommen werden. Bei Full Immersion Techniken, bei denen kein Cold Brew Bereiter zum Einsatz kommt, gibt es allerdings ein paar andere Dinge zu beachten. Die variieren je nach Zubereitungsmethode ein wenig.

Bei der French Press sollte man etwa die schwimmenden Kaffeepartikel nicht vor dem Pressen umrühren, der Pressstempel sollte während der Extraktionszeit sowieso nur aufgesetzt bleiben und auch danach nicht bis ganz nach unten gedrückt werden, wenn man den Cold Brew in ein anderes Gefäß gießt. Bei Cold Brew aus dem Einmachglas muss der kalte Kaffee nach der Extraktionszeit indes durch einen Filter gegossen werden, um das Kaffeepulver aufzufangen. In dieser Hinsicht gestaltet sich ein Cold Brew Maker mit Siebeinsatz als die handlichste Variante. 

Adieu, Halbwissen

Cold Brew klingt nach einer modernen, innovativen Technik der Kaffeezubereitung, der durch die Third Wave und die Slow Coffee Bewegung immer mehr Herzen und vor allem Gaumen erobert (hat). Tatsächlich gibt es das Cold Brew Konzept schon seit dem 16. Jahrhundert.

Begonnen hat die Geschichte der kalten Extraktion in Japan. Dort begann alles damit, dass die Japaner Teeblätter in kaltem Flusswasser extrahierten. Im 17. Jahrhundert, als Kaffee auch in Japan bekannt wurde, bediente man sich dort des gleichen Konzeptes wie bei der Teezubereitung auch für Kaffee und der Cold Brew Kaffee ward geboren!

Aber nicht nur in Japan, auch in den Niederlanden und Algerien, in Kuba und Peru war das Cold Brew Konzept in jeweils individuellen und voneinander abweichenden Variationen bekannt, bevor es im Zuge der zweiten Coffee Wave in den 1990er Jahren die Küchen und Coffeeshops der Welt eroberte.

Adieu, Halbwissen

 

Cold Brew klingt nach einer modernen, innovativen Technik der Kaffeezubereitung, der durch die Third Wave und die Slow Coffee Bewegung immer mehr Herzen und vor allem Gaumen erobert (hat). Tatsächlich gibt es das Cold Brew Konzept schon seit dem 16. Jahrhundert.

Begonnen hat die Geschichte der kalten Extraktion in Japan. Dort begann alles damit, dass die Japaner Teeblätter in kaltem Flusswasser extrahierten. Im 17. Jahrhundert, als Kaffee auch in Japan bekannt wurde, bediente man sich dort des gleichen Konzeptes wie bei der Teezubereitung auch für Kaffee und der Cold Brew Kaffee ward geboren!

Aber nicht nur in Japan, auch in den Niederlanden und Algerien, in Kuba und Peru war das Cold Brew Konzept in jeweils individuellen und voneinander abweichenden Variationen bekannt, bevor es im Zuge der zweiten Coffee Wave in den 1990er Jahren die Küchen und Coffeeshops der Welt eroberte.

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