Nicht auf vielen Gebieten erreicht Deutschland Weltrang. Beim Kaffeehandel, allerdings, belegt die BRD Platz 3 nach Platzhirschen wie den USA und Brasilien. Damit sind wir, wenn schon nicht im Fußball, so zumindest in Sachen Kaffee Europameister. Mit einem durchschnittlichen Preis pro Tasse von zwischen 1,77 € (Leipzig) und knapp 2,00 € liegen wir im weltweiten Vergleich immerhin im gesunden Mittelfeld (Quelle: worldsoffood). Dabei berechnet sich der Preis für die tägliche Tasse Kaffee nicht nur aus dem aktuellen Marktwert, sondern beinhaltet auch eine sogenannte Verbrauchsteuer. Die Kaffeesteuer.

One Petition: Fairness darf kein Luxus sein

Was ist die Kaffeesteuer?

Die Kaffeesteuer geht auf das 17. Jahrhundert zurück und entwickelte sich aus einem Einfuhrzoll, der wiederum einem gescheiterten Kaffeemonopol im alten Preußen geschuldet ist. Seither durchlief die Kaffeesteuer etwaige Schwankungen und Reformen. Die Höhe der Steuer liegt inzwischen bei 2,19 € pro Kilo Röstkaffee und bei 4,78 € für löslichen Kaffee. Insgesamt verdient der Fiskus an unserer täglichen Tasse Kaffee mittlerweile rund 1 Milliarde Euro im Jahr mit. Und zwischenzeitlich handelt es sich bei der Kaffeesteuer auch nicht mehr um einen Einfuhrzoll. Sie zählt seit Mitte des 20. Jahrhunderts als Verbrauchssteuer (eine beim in den Warenverkehr-bringen einmalig anfallende Steuer) und soll nach einer deutlichen Senkung sogar das Deutsche Wirtschaftswunder in der Nachkriegszeit mit begünstigt haben.

Wer mehr über die deutsche Kaffeesteuer wissen möchte, findet in unserem ausführlichen Artikel zum Thema weitere Informationen.

Abschaffung der Kaffeesteuer

Mit Deutschland gibt es in Europa nur 7 Länder, die überhaupt eine Kaffeesteuer erheben. Immer wieder setzen sich Kaffeeimporteure und Lobbyisten dafür ein, die Kaffeesteuer zu senken oder gar ganz abzuschaffen. So wurde 2012 auf Initiative des Kaffeerösters Darboven eine Petition im Deutschen Bundestag eingereicht, in der die Abschaffung der Kaffeesteuer gefordert wurde. Die Regierung lehne den Antrag jedoch ab.

CafCaf Kaffee-Wiki: Alles über den Kaffeeanbau und die Ernte

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Abschaffung der Kaffeesteuer auf fairen & Fairtrade Kaffee

Ebenso wie auf industriell gehandelten Kaffee, fällt auch auf fair gehandelten Kaffee die deutsche Kaffeesteuer an. Gerade im Rahmen der fairen Preisgestaltung, mit der mehrere Initiativen für gerechtere Lebensbedingungen auf der Welt sorgen wollen, könnte die Abschaffung der Kaffeesteuer ein wichtiger Hebel sein. Die Idee dahinter: Den Konsum von Fairtrade Kaffee bzw. fair gehandeltem Kaffee in Deutschland fördern, indem man ihn dem Endverbraucher kostengünstiger anbieten kann. Hierdurch könnten Fairtrade Organisationen und dem Direkthandel mehr Mittel zur Verfügung stehen, um die Supply Chain Stakeholder im Kaffeeanbau noch besser und nachhaltiger zu finanzieren und unterstützen.

Petition zur Abschaffung der Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee

Die international tätige Nichtregierrungsorganisation »ONE«, die sich weltweit für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung einsetzt, hat nun eine Petition gestartet, mit der sie die deutsche Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee abschaffen möchte.

Die von U2-Sänger Bono ins Leben gerufene und von Stiftungen und Philanthropen finanzierte NGO hat bereits diverse Achtungserfolge zu verzeichnen: Fundraiser für Gesundheitsprogramme, Gesetze für mehr Transparenz im Rohstoffabbau, Initiatoren für u.a. den Electrify Africa Act. Mit der Abschaffung der Kaffeesteuer auf Fairtrade Kaffee könnte ONE nun ein weiterer, wirkungsorientierter Coup gelingen, der die Welt ein klein bisschen besser machen würde:

Unter dem Motto »Fairness darf kein Luxus sein«, fordert ONE in der 2020 gelaunchten Petition den deutschen Finanzminister dazu auf, dass er die Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee abschaffen soll. Haupttriebfeder der Forderung von ONE ist dabei, durch die Abschaffung der Kaffeesteuer auf fairen Kaffee einen Beitrag zum Erreichen der globalen Nachhaltigkeitsziele bis 2030 zu leisten, denen sich Deutschland verschrieben hat.

One Petition: Fairness darf kein Luxus sein

Die Erntehelfer unseres Kaffees Del Bosque auf Miguel Ángels Farm auf dem Weg zur Arbeit.


Würde die Kaffeesteuer auf Fairtrade und direkt gehandelten Kaffee entfallen, würde er nach Einschätzung der NGO für den Endverbraucher attraktiver. In der Folge würde der Absatz steigen, Fairtrade Initiativen stünden mehr Mittel zur Verfügung und Kaffee-Kooperativen könnten besser finanziert werden. Dies würde nicht nur den einzelnen Kaffeebauern und Erntehelfern zugute kommen. Denn diese könnten auf besserer, wirtschaftlicher Grundlage gleichsam ihre Landwirtschaft vergrößern, mehr Menschen könnten angestellt werden und der Armutsindex in den wirtschaftlich schwächsten Regionen der Welt, wozu die Kaffeeanbauländer nun einmal gehören, angehoben werden.

Seit dem Launch der Petition gegen die deutsche Kaffeesteuer auf fairen Kaffee haben (Stand: Feb. 2021) bereits mehr als 17.000 Menschen unterschrieben. Ab 20.000 Unterschriften muss sich der Deutsche Bundestag mit der Petition auseinandersetzen.

Wer die Initiative zur Abschaffung der Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee unterstützen möchte, kann sie hier unterschreiben und in den sozialen Netzwerken teilen und bewerben!

Wer mehr über die Beweggründe und Argumentation von ONE erfahren will, kann sich hier das Positionspaper zur Petition en detail durchlesen.

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