Richtig gelesen:

Wir schreiben eine Hommage an den Designklassiker von F.A.C.:

ACF – die perfekten Tassen


 

Die Geschichte von F.A.C. ist zu Ende. So titelte die renommierte italienische Tageszeitung La Stampa im November 2013. Über Hundert Mitarbeiter wurden im darauffolgenden Februar entlassen, die F.A.C.-ACF Porcellane im Piemont schloss ihre Pforten für immer. Warum euch das interessieren sollte? Weil die F.A.C. S.p.a. Porcellane ACF untrennbar mit der Kaffeekultur verknüpft ist. Oder war. Denn seit Anfang 2014 ist diese Institution hochwertigen Kaffeegenusses nur mehr Erinnerung. Eine Spurensuche.

 

Wer war die F.A.C. Porcellane ACF?

Es scheint, als wäre mit dem Ende der Produktion auch die Geschichte der F.A.C Porcellane ACF ausgelöscht worden. Weder auf der deutschen noch – und das überrascht umso mehr – auf der italienischen Wikipedia finden sich Einträge. In alten Firmenregistern finden sich nur spärliche Informationen und die ehemalige Webseitendomain steht zum Verkauf. Es stimmt einen schon fast ein wenig traurig, dass der ehemalige Weltmarktführer für Espressotassen so gut wie ausradiert ist, aus dem allgemeinen Gedächtnis.

Einzig das italienische Keramikarchiv stellt auf einer kaum des Namens würdigen Website noch eine Hand voll Informationen über das ehemalige Flaggschiff italienischer Espressokunst F.A.C. bereit. Dort heißt es: Die Manufaktur F.A.C., kurz für Fabbrica Albisolese Ceramiche, wurde 1950 von Giuseppe Venturi im piemontesischen Ort Albisola nahe Savona im Piemont begründet. 1954 stieg Giacinto Canepa ins Unternehmen mit ein. Die Firma expandierte und kaufte Werkstätten der gescheiterten Industria Ceramiche Albisolesi (I.C.A.) auf.

»Die Manufaktur F.A.C., kurz für Fabbrica Albisolese Ceramiche, wurde 1950 von Giuseppe Venturi im piemontesischen Ort Albisola nahe Savona im Piemont begründet.«

Zunächst stellte F.A.C. ausschließlich Geschirr für den Hausgebrauch her, später kamen auch Sammlerkollektionen hinzu. Denn Venturi stellte seine Brennöfen auch anderen, unabhängigen Künstlern und Porzellanproduzenten der Umgebung zur Verfügung. Ab 1968 erweiterte die F.A.C. das Sortiment auf Porzellan- und Keramikwaren für Restaurants und Kaffeebars. Damit machte sich die F.A.C. Spa Porcellane schnell einen Namen, der bis heute geisterhaft durch die leeren Produktionsstätten hallt.

 

Die berühmte ACF-Espressotasse von F.A.C.

Nur in wenigen Bars und Privatküchen innerhalb und außerhalb Italiens sind sie noch zu finden, die berühmten ACF-Tassen für Espresso. Sie waren das Glanzstück des mittelständischen Keramikunternehmens. Und sie waren das Paradebeispiel einer sowohl auf praktischer wie gestalterischer Ebene bestens durchdachten Espressotasse. Die ACF-Tassen fanden so großen Anklang in der professionellen Kaffeewelt, dass F.A.C. ab 2006 die World Barista Championships mit ihren Profi-Espressotassen sponsorte.

Was macht die ACF-Tassen so besonders?

Das größte Merkmal, das ACF-Tassen zu echten Liebhaberstücken macht, ist der Umstand, dass alle Tassen in traditioneller Handarbeit hergestellt wurden. Selbst dann, als F.A.C. längst auf industriellem und internationalem Level produzierte. Gut erkennbar ist das an den teils leicht ausgefransten Abschlusslinien der Farbe am oberen und unteren Tassenrand. Noch besser zeigt sich die Handwerkstradition am Tassenboden. Dort wurde auf jedes Stück das ACF-Logo angebracht, das mal besser, mal schlechter, aber nie wirklich perfekt zu lesen war. So wurde jede Espressotasse zum echten, handgemachten Unikat.

Die Tassen sind so designt, dass sie den Espresso, der sich darin befindet, sozusagen »beschützen«. Die Form der professionellen Espressotasse unterstreicht entschlossen die sinnlich wahrnehmbaren Charakteristika des Kaffees. Vier wichtige Elemente machen die perfekte Profi-Tasse aus: das Material, die Form, die Gestaltung und die Langlebigkeit.

 

Der Tassenboden von ACF-Tassen: Unikats-Handarbeit


 

Woraus bestehen die ACF-Espressotassen?

Klassische ACF-Espressotassen bestehen aus Feldspatporzellan. Dieser ist besonders hart und hält die Temperatur. Diese ist ausschlaggebend für das Geschmackserlebnis und liegt bei rund 65°C.

 

Das Design der ACF-Tassen ist unverkennbar

Während die Tasse innen eine glatte Struktur in Eiform hat, hat F.A.C. die äußere Form immer wieder einmal verändert. Von der klassischen Espressotasse, die der inneren Form folgt bis hin zu kegelförmigen zylindrischen Tassendesigns, war alles dabei. Immer wichtig war der Firma aber, dass das Verhältnis der Winkel stimmt. Ist der obere Rand zu weit, dehnt sich die Crema aus, wird dünn und löst sich auf. Ist die Tasse am Boden zu eng, ist die Thermik nicht perfekt, wodurch der Kaffee an Aromen einbüßt. Mit einem breiten Sortiment von über 23 Espressotassenvarianten war F.A.C. aber immer gut aufgestellt und konnte – stets das beste Kaffeeerlebnis im Sinn – immer Form und Funktion zu einer perfekten Einheit verschmelzen lassen.

 

 

Wie sieht die Profi-Espressotasse von F.A.C. aus?

Die traditionelle ACF-Tasse sticht durch ein prägnantes tropfenförmiges Design hervor. Diese Form wurde konzipiert, um die Crema-Bildung zu perfektionieren. Vor allem aber werden die Kaffeearomen konzentriert und der Fluss des Kaffees in die Mundhöhle ist besonders angenehm. Der eiförmige Innenboden darf nicht durch Blasen oder raue Stellen im Material uneben werden. Er muss stattdessen einheitlich und glatt sein. Nur so wird der Fluss des Kaffees aus der Maschine in die Tasse so harmonisch und geschmeidig, dass sich die Crema gleichmäßig bildet und bis zum letzten Schluck bestehen bleibt.

Und genau diese tropfenförmige ACF-Tasse ist unser Favorit. Sie ist schwer, liegt gut in der Hand und lässt sich von der Tropfenbildung in der Pre-Infusionsphase der Kaffeeextraktion ableiten. Schauen wir einmal genauer hin:

Die perfekte Tasse. ACF-Tassen sind auch in unserem Latte Art Tutorial zu finden.


 

Die Unterteller

Die oft kopierten und dennoch nie erreichten ACF-Tassen heben sich noch in einem weiteren Merkmal deutlich, wenn auch auf den ersten Blick unscheinbar, von der Konkurrenz ab. Die weiße Außenlinie an den Untertellern. Wer sich mit den Konkurrenzprodukten auseinandersetzt wird feststellen, dass diese mal dicker, mal dünner ausfällt, oder auch mal ganz fehlt. Die perfekte Balance zwischen Weiß und Farbton jedoch ist trotz Handarbeit nur einer Firma gelungen: F.A.C. S.p.a. Porcellane ACF

 

Profi-Tassen fürs Leben

Ein weiteres Merkmal, das die ACF-Tassen auszeichnet ist ihre ausgesprochene Langlebigkeit. Abgesehen von der Widerstandsfähigkeit des hochwertigen Materials, ist auch die Lackierung ein wichtiger Faktor, der die Espressotassen so langlebig machen. Denn die ACF-Espressotassen sollen schließlich auch nach dem tausendsten Spülmaschinengang noch aussehen wie neu. Ihre Geheimnisse – ob technische oder inhaltliche – für den langanhaltenden und selbst nach Jahren noch brillanten Farbglanz hat die F.A.C. nie verraten. Sodass sie die einzigen Hersteller waren, die eine Farbbrillanz ihrer Espressotassen auch nach über 5.000 Spülgängen erreicht haben.

 

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Warum jeder unbedingt eine ACF-Espressotasse von F.A.C. besitzen sollte!

Die ACF-Tassen, einst weltweit die Profi-Tassen schlechthin, sind nach dem Konkurs des Herstellers beinahe spurlos von der Bildfläche verschwunden, wie das Unternehmen aus dem Netz. Doch in einigen Kaffeebars in Italien sind sie noch zu finden. Ebenso wie in ein paar wenigen Haushalten. Der Nostalgiefaktor, den diese Tassen verbreiten, ist extrem hoch.

Ob Autos, Möbel oder Mode – die Italiener haben einfach ein Händchen fürs Design. Da sind auch die ACF-Tassen keine Ausnahme. Im Gegenteil, sie sind ein wahrer Geniestreich, der Form und Funktion aufs Perfekteste miteinander zu vereinbaren weiß. Die Espressotassen von F.A.C. sind eine Hommage an das höchste Gut der Italiener: ihren Kaffee.

Die ACF-Espressotassen sind ein Klassiker und symbolisieren nicht nur Stilsicherheit und Kaffeeliebe ihres Besitzers. Sie sind auch mittlerweile eine echte Rarität. Im Handel längst nicht mehr erhältlich, kann man mit viel Glück noch ein Set auf Flohmärkten im Web und auf der Straße ergattern. Der Preis für die Profi-Tassen hat sich mittlerweile bis zu verfünffacht.

 

Adieu, Halbwissen

Damit das Wissen um die ACF-Tassen nicht dem gleichen Schicksal geweiht ist, wie die Firma, die der Welt diesen Klassiker schenkte, soll an dieser Stelle noch ein Hinweis ergänzt werden.

  • Die Espressotasse in Tropfenform in Weiß, Braun und Dunkelbraun ist das klassischste Modell.
  • Die braune Variante (marrone) ist derzeit (Stand: 07/2018) noch am leichtesten zu finden, kostet aber auch am meisten.
  • Dunkelbraune ACF-Tassen (marrone scuro) findet man hingegen nur noch schwerlich, sie haben echten Seltenheitswert!
  • Das rote Modell wurde 2008 auf der Mailänder Designmesse vorgestellt und war nur für Baristas und Restaurants erhältlich.
  • Der Rotton wurde eigens für die ACF-Profi-Kollektion entworfen und ist entsprechend zertifiziert.

 

Ich habe 78 ACF-Tassen marrone Zuhause, davon sieben marrone scuros. Besitzt Ihr auch welche? Wie viele? Oder kennt Ihr gar ein Café in Deutschland, das seinen Espresso ausschließlich in ACF-Tassen serviert? Ich bin gespannt und freue mich auf eure Kommentare!

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