Wer von hochwertigem Kaffee spricht, kommt an der Alliance for Coffee Excellence nicht vorbei. Der amerikanische Kaffeeverband setzt sich für bessere Kaffeequalität ein und möchte mit seinem Engagement vor allem kleine Kaffeebauern fördern. Um diesen Kleinbauern eine Plattform zu bieten veranstaltet die Allianz für Kaffeequalität regelmäßige Tastings und Auktionen. Darüber möchte sie unbekannteren Röstereien und Kaffeefarmen eine Möglichkeit bieten, auf der stetig größer werdenden dritten Kaffeewelle mitzusurfen, und so ein breiteres Publikum zu finden.

Ein guter – und schmackhafter – Grund, sich die Alliance for Coffee Excellence einmal genauer anzusehen.

Coffee Cupping: Bewertungsbogen zur Analyse der Kaffeequalität.


 

Wer oder was ist die Alliance for Coffee Excellence?

Der Hauptsitz der Nichtregierungsorganisation Alliance for Coffee Excellence ist im amerikanischen Portland in Oregon. Der Verband allerdings agiert weltweit und ist mit Sitzen in Australien, der Schweiz, Burundi, Taiwan und Japan, Korea, Indien und Brasilien vertreten.

Die Allianz hat es sich zur Aufgabe gemacht, hochwertigen Kaffee zu fördern und ihm einen Platz zwischen all den Global Playern zu sichern. Denn je besser der Kaffee und je gefragter dieser insgesamt wird, desto mehr profitieren kleine Kaffeekohorten und Farmer, die sonst vom großen Kuchen nichts abkriegen.

Damit setzt sich die Alliance for Coffee Excellence nicht nur für besseren Kaffee ein, sondern auch dafür, dass sich die Arbeits- und Lebensbedingungen derer verbessern, die den Qualitätskaffee anbauen. 

Um der Welt die Türen zu hochwertigerem Kaffee zu öffnen und den Kaffeebauern einen größeren Anteil am Absatz dieses Qualitätskaffees zu garantieren, veranstaltet die Allianz für Kaffeequalität regelmäßig Tastings und Auktionen.

»Die Alliance for Coffee Excellence setzt sich nicht nur für besseren Kaffee ein, sondern auch dafür, dass sich die Arbeits- und Lebensbedingungen derer verbessern, die den Qualitätskaffee anbauen.«

Wie die ACE-Tastings und -Auktionen die Kaffeequalität verbessern sollen

Die Kaffeetastings unter der Schirmherrschaft der ACE werden unter dem Namen »Cup of Excellence« ausgerichtet. Die Kontrollen und Standards, denen Kaffees bei diesen internationalen Tastings gerecht werden müssen, sind so hoch wie bei sonst keinem Qualitätstasting. Das erste Cup-of-Excellence-Tasting fand 1999 in Brasilien statt. Es sollte der erste Schritt zu einer gerechteren Marktwirtschaft in der Kaffeeindustrie sein.

Vor dem Cupping mit der anschließenden Auszeichnung und Versteigerung waren die Kaffeebauern – egal, wie groß oder klein sie waren – komplett abhängig vom Kilopreis, den der Markt vorgab. Und weil große Kaffeebetriebe einen Großteil der weltweiten Kaffeeproduktion aufkaufen und den Preis drücken, gingen kleine Farmer nur allzu oft leer aus oder konnten es sich finanziell nicht erlauben, hochwertigeren Kaffee anzubauen.

Dank der Cup of Excellence und der Versteigerungen der Gewinnerkaffees durch den ACE wurde ein wenig Bewegung in diese Entwicklung gebracht.

 

Wie das Cupping funktioniert

Der Cup-of-Excellence-Wettbewerb dauert drei Wochen. Jeder Kaffeebauer darf unabhängig von seiner Unternehmensgröße eine Probe seines Kaffees zum Testen einreichen. Dann macht sich zunächst eine etwa 12-köpfige, nationale Jury daran, den Kaffee blind zu verkosten. Im zweiten Schritt besteht die Tasting-Jury aus 20 bis 25 internationalen Kaffeeexperten, die sich aus den Mitgliedern der Alliance for Coffee Excellence zusammensetzt.

Die Kaffees, die bei diesem Profi-Cupping am Ende unter die ersten oder besten 10 kommen, wurden insgesamt 120 Mal getestet, verkostet und analysiert. Auf Substanz, Körper, Geschmack, Textur, Abgang, Farbe und viele weitere Eigenschaften, die die ACE in einem eigens für das Cupping ausgearbeiteten Punkteprotokoll festgeschrieben hat. Wonach genau die Juroren beurteilen, das verrät der Verband nicht öffentlich.

Coffee Cupping: Die Qualität des Kaffees unter der Lupe.


 

Damit die Jury nicht von Namen und Herkunft eines Kaffees beeinflusst werden kann, werden die Kaffees beim Cupping nur mit Nummern versehen. Nur die Organisatoren und der Kaffeefarmer weiß, welche Nummer sein Kaffee hat. Mehrere tausende Kaffees werden jährlich für das Cupping eingereicht, die Gewinnerkaffees werden dann mit dem Excellence-Label der ACE ausgezeichnet und auf einer von der Allianz veranstalteten Auktion an den meistbietenden Abnehmer verkauft.

Die Einnahmen gehen dabei zu beinahe 100% an die Kaffeebauern.

 

Wie die ACE-Kaffeeauktionen funktionieren

Die Top 10 der hochwertigsten Kaffees, die beim Cupping gekührt werden, werden anschließend auf Auktionen versteigert. Seit Einführung der ACE-Auktionen konnten bis 2016 so bereits fast 55 Millionen US-Dollar (Stand: 03. Oktober 2017) umgesetzt werden. Mitbieten können Privatröstereien und kleinere Kaffeeunternehmen ebenso wie die großen Nummern der Kaffeeindustrie: Der Höchstbietende erhält den Zuschlag für den von ihm gewählten und ersteigerten Kaffee.

Dank der Unabhängigkeit der Alliance for Coffee Excellence und der Gleichberechtigung von kleinen Kaffeefarmern und großen Plantagenbetrieben wurden die Chancen auf Anerkennung und Wahrnehmung hochwertiger Kaffees von Kleinbauern deutlich erhöht; so konnte die ACE über die Jahre und Jahrzehnte einer Vielzahl von kleinen Kaffeefarmen zu besseren Marktpreisen für ihren Kaffee verhelfen. Das hat nicht nur deren Renommee verbessert, sondern ihnen schlichtweg auch das Überleben gesichert; durch die fairen Wettbewerbsbedingungen sowohl beim vorausgehenden Cupping, als auch bei den Auktionen konnte der Verband besonders unbekannten, kleinen Kaffeeproduzenten zu besseren Verkaufspreisen verhelfen – am internationalen Marktpreis vorbei.

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Qualität über den Kaffee hinaus

Im Zuge der Cup-of-Excellence-Auszeichnungen und der Auktionen entstehen immer wieder neue Zusammenarbeiten und Programme. So können selbst weltweit agierende Röstereien und Kaffeeimporteure dank des Einsatzes der Alliance for Coffee Quality neue Kaffeeproduzenten kennenlernen.

Dies ermöglichte den Kaffeebauern den Aufbau eines neuen Kundenstammes. Dieser sichert durch regelmäßige Abnahmen zu fairen Preisen, die gleichbleibende oder gar zunehmende Qualität des Kaffees. Denn nur über Einnahmen können auch kleine Kaffeeproduzenten in die Hochwertigkeit ihres Kaffees investieren.

 

Die Cup-of-Excellence-Gewinner 2017

Die drei Gewinner unter allen eingereichten Kaffees dieses Jahr kommen aus folgenden Ländern und Kaffeefarmen:

  • 1. »La Flor«, Peru: 92,25 Punkte
  • 2. »Finca Don Antonio«, Costa Rica: 92 Punkte
  • 3. »El Laurel«, Honduras: 91,81 Punkte

 

..dicht gefolgt von den Plätzen 4 bis 9:

Herkunftsland Kaffeefarm ACE-Exzellenz-Score
Kolumbien Mirador – El Naranjo 91,28
El Salvador Santa Rosa 91,28
Mexico El Equimite 91,20
Nicaragua El Esfuerzo 91,16
Burundi Kibingo 90,45
Guatemala El Paraxaj 90,36

 

Die Cuppings und Auktionen für die brasilianischen Kaffees laufen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels noch und werden erst am Ende des Jahres feststehen.

 

Excellence-Kaffee in Deutschland

Kaffees, die bei der Cup of Excellence prämiert wurden, sind auch in Deutschland in ausgewählten Delikatessgeschäften und im Online-Handel erhältlich. Dazu einfach bei der Suchmaschine eurer Wahl mal nach »Cup of Excellence Kaffee Deutschland« suchen und fündig werden. Bleibt nur noch zu hoffen, dass der Röster sein Handwerk versteht.

Habt ihr schon einmal einen so exzellent ausgezeichneten Kaffee probiert? Verratet uns in den Kommentaren gerne wo und wie er euch geschmeckt hat, wir sind gespannt auf Eure Erfahrungen!

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