Kolumbien Reisebericht. CafCaf – Kaffee & Blog, Kaffeeblog

Was für eine Reise! Drei Wochen lang bewegte ich mich durch die kolumbianischen Berge mit dem Ziel, von einzelnen Kaffeebauern mehr über die Biologie der Kaffeepflanzen zu erfahren und neue Kontakte zu knüpfen. Mich interessierten die verschiedenen Pflanzenzarten, die Böden, die Aufzucht, die Krankheiten, die Ernte und der damit verbundenen Arbeitsbedingungen der Arbeiter, die verschiedenen Fermentierungsmethoden der Bohnen, die Trocknung bis hin zur Kaffeekultur in Kolumbien. 

 

 

Die Planung

Wer schon einmal als Backpacker unterwegs war, weiß: Die besten Abschnitte einer jeden Reise sind die, die sich spontan und unerwartet ergeben. Ein paar Eckdaten bei Ankunft müssen richtig sitzen, der Rest ergibt sich vor Ort.

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Meine Planung für Kolumbien sah wie folgt aus: Übernachten bei Freunden in Bogotá, zur Kaffeefarm von Freunden von Freunden von Freunden fahren um bei der Kaffee-Ernte mitzuhelfen und irgendwann die Mutter der Freundin einer Freundin im Eje Cafetero besuchen. 

Ich reiste zu Beginn also nach San Francisco Cundinamarca, einer kleinen, sehr versteckten familienbetriebenen Finca in 1.640m Höhe.

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Das Leben auf der Farm

Versorgt mit frischen Avocados, Zitronen, Orangen, Orangen-Limonen, Platanos und Bananen direkt von der Farm, frischer Milch von der Nachbarfarm und Kaffee aus eigenem Anbau verbrachte ich die nächsten Tage bei Alvaro und seiner Familie damit, bei der Kaffee-Ernte mitzuhelfen. 

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70. Geburtstag und voller Energie und Frieden.


 

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Die ganze Familie hilft mit: Auf zur Ernte.


 

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Los campesinos: Eine Pause nach der Ernte.


 

Die Ernte

Die zweitägige Ernte in den Bergen Kolumbiens war wie eine Therapie: Weit ab der Massen, umgeben von einem satten immergrün, inmitten von ohrenbetäubenden Heuschrecken und Vogelgezwitscher wie man sie bei uns nicht kennt, kombiniert mit dem Vallenato aus Alvaro’s Handy und spannenden Gesprächen rund um Kaffee plückte ich die roten Früchte von den Pfanzen. 

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»Dennoch war die Arbeit hart und ich habe größten Respekt vor allen Erntehelfern, die ganzwöchig auf diese gering bezahlte Arbeit angewiesen sind.«

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Die Reise ins »Eje Cafetero«

Zurück in Bogotá, reiste ich ins Eje Cafetero, dem »Angelpunkt« des Kaffees. Ich wurde herzlichst von Vicky am Busbahnhof in Pereira abgeholt und direkt in die abgelegene Farm gebracht. Vicky kennt den halben Eje Cafetero und von hier aus hatte ich den besten Zugang zu diversen Fincas. Und nebenbei lässt es sich auf der Finca durchaus ein paar Tage aushalten.. 

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Der »Eje Cafetero«

Im Eje Cafetero überschlugen sich die positiven Ereignisse, jeder Tag war vollgepackt mit spannenden Themen, Menschen und Orten. Ich besuchte drei verschiedene Baumschulen für Kaffeepflanzen, wo mir detailliert die einzelnen Stationen der Aufzucht erklärt wurden und auch das Spektrum der verschiedenen Pflanzen gezeigt wurde: Catimore, Supremo, Castillo Naranjal, Castillo Rosario –alles den klimatischen Verhältnissen angepasste Arten der ursprünglichen Arabica-Pflanze. 

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Von der Beschaffenheit der Erde (die »tierra« hat in Kolumbien durch seine territoriale Geschichte eine höhere Bedeutung).

 

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..über die Aufzucht der Sprößlinge im Sand..

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..das Einpflanzen..

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..bis hin zur Wurzelbildung und deren Bedeutung..

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..und den verschiedenen Pflanzentypen.

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Über Kaffee diskutieren

Ich habe wahnsinnig viel von denjenigen gelernt, die seit Jahrzehnten auf den Feldern stehen und hatte die Gelegenheit, neue Ideen und spannende Vorschläge u.a. mit dem »Comite de Cafeteros«, Grundbesitzern und dem Sohn des ehemaligen Leiters der »Federación Nacional de Cafeteros de Colombia« zu diskutieren.

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Mit Kaffee experimentieren

Auf Eduardo’s Farm wiederum lernte ich viel über die spannende »honey fermentation« der Bohnen (die Bohnen werden hier zusammen mit dem süßen Fruchtfleisch über einige Stunden fermentiert und dann getrocknet, die natürlich entstandene Süße der Fermentierung beeinflusst den Geschmack der Bohne) und er sprach über seine eigens gebaute Röstmaschine und der damit optimierten Röstung. Und sogar mit getrockneter Fruchtschale in Form von Kaffee-Tee experimentiert er nebenbei noch!

 

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Fincas über Fincas über Fincas

Ich besuchte noch zwei weitere befreundete Farmen, die die Nebensaison nutzen um ältere Pflanzen in einzelnen Lotes (Abschnitten) fachgerecht und stark zu schneiden. Durch diese Art der Verjüngung hat der Kaffeebauer bereits nach 1,5–2 Jahren eine akzeptable Ernte – im Vergleich dazu brauchen Sprößlinge mindestens 2,5 Jahre für den ersten Ertrag.  

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Die letzte Ernte der »Mitaca« (Nebenernte) und Blüten für die Haupternte.


 

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Kräftige Pflanzen mit Früchten, die im Oktober (Haupternte) geerntet werden.


 

Zurück in Berlin

Ich bin noch immer überwältigt von meiner Reise, ich habe deutlich mehr gelernt als erwartet, kam viel weiter in den Bergen herum als gedacht, habe unglaublich herzliche und spannende neue Freunde gewonnen. 

Die nächsten Monate gibt es viel zu tun, Ideen wurden zuhauf gesponnen, Konzepte müssen daraus entwickelt werden, Informationen müssen verarbeitet werden. Und nicht zuletzt bereite ich bereits die nächste Reise nach Kolumbien für Oktober vor: Zusammen mit meinem KUKUKKs Kollektiv Kollegen und Fotograf/Dokumentarfilmer Maik geht es dann erneut in die Kaffeeregion, zurück zu den kolumbianischen Amigos.

Unterdessen geht in Berlin auch das digitale Leben wieder weiter, wir testen bereits an der Kombination – Berliner Design und Kolumbianische Natur. 

Verpass kein Kaffee-Event!

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Kolumbien Dokumentarfilm

»Wir hören denen zu, die seit Jahrzehnten in den Kaffeefeldern arbeiten. Wir lernen von ihnen. Wir besuchen alte kolumbianische Freunde und haben neue gewonnen. Wie zum Beispiel Luz María, die uns auf ihre Familienfarm einlud.«

 

Kolumbien Dokumentarfilm

»Wir hören denen zu, die seit Jahrzehnten in den Kaffeefeldern arbeiten. Wir lernen von ihnen. Wir besuchen alte kolumbianische Freunde und haben neue gewonnen. Wie zum Beispiel Luz María, die uns auf ihre Familienfarm einlud.«

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Aufforstung im Kaffeeanbau

Ob Kaffee, Kakao, Palmöl oder Soja – der zunehmende Bedarf an Rohstoffen dieser Art stellt eine Bedrohung dar. Für die Umwelt, das Klima, nicht zuletzt für die Menschen. Denn je höher die Nachfrage, desto mehr Platz für Anbaugebiete ist notwendig. Und die erschließt man sich dann durch Rodungen uralter Waldbestände.

Kaffee in Zeiten des Klimawandels

Wie gravierend der Klimawandel auf die Kaffeeproduktion ist, darüber scheiden sich die Geister. Während die einen ein Horrorszenario zeichnen, in dem Kaffee neuerlich zur Rarität und zum Luxusgut für die gehobeneren Klassen zu werden droht, geben andere Einschätzungen zumindest einen geringen Anlass zur Hoffnung darauf, dass uns unser aller Morgenkaffee erhalten bleibt.

Vamos a Colombia #2
Reisebericht Tag 1 bis 4

Die Rucksäcke sind wieder gepackt: CafCaf ist in den Kaffeebergen Kolumbiens, diesmal mit deutlich mehr Equipment und mit Unterstützung von meinem KUKUKK Kollektiv Kollegen Maik. Folgt uns in diesem Blogeintrag auf unseren Zwischenstationen durch dieses herrliche Land!

Kaffeeanbau, Pflege und Zucht

Um Kaffee anzubauen, haben die Kaffeefarmer bzw. die Züchter zwei Möglichkeiten. Sie können Kaffee aus neuen Samen ziehen, wobei bei einer Samenanzucht oft auch viel Ausschuss dabei ist. Oder aber erwachsene Pflanzen beschneiden und aus Stecklingen neue Kaffeebäume züchten.

Kaffeevarietäten: Das wahre Geheimnis guten Kaffees

Aus der Pflanzengattung Coffea haben sich vier Kaffeesorten gebildet. Die heißen Coffea arabica, Coffea canephora bzw. robusta, Coffea liberica und Coffea excelsa. Aus diesen Kaffeesorten wiederum wurden durch natürliche oder künstliche Kreuzung Hybride gezüchtet. Diese Hybride bilden die Gruppe der Kaffeevarietäten.

Südamerikas Kaffee-Kooperativen

Südamerika generell und Kolumbien im Speziellen ist eines der Kaffeeländer überhaupt. Viel des für den Export bestimmten Kaffees wird von sogenannten Kooperativen angebaut, verarbeitet und exportiert. Eine Kooperative ist ein Zusammenschluss verschiedener Kaffeebauern, die alle ein...