Das CafCaf Glossar: Gebündeltes Kaffeewissen

Das CafCaf Kaffee-Glossar: Kaffeewissen

In unserem bunten Kaffee-Wiki lassen wir dich in die einzigartige Welt des Kaffees eintauchen. Du findest hier Erläuterungen, Definitionen und Erklärungen rund um Kaffee als Pflanze, Handelsware und Getränk. Wir beschreiben Fachbegriffe leicht verständlich und rücken Hintergrundinfos in den Fokus.

Klick dich – inhaltlich strukturiert – durch unsere Sammlung und tauche in die Materie »Kaffee« ein. Dieses kleine Wiki wird regelmäßig erweitert und ausgebaut und wird dich zu einem wahren Kaffeeexperten machen.

Kaffeeanbau:

Als Perlbohne, auch: Peaberry (engl., wörtlich: Erbsenbeere) oder Caracol (span. wörtlich: Schnecke), wird eine Sonderform der Kaffeebohne bezeichnet. Genau genommen handelt es sich bei der Perlbohne um eine Mutation. Normalerweise wachsen in der Kaffeekirsche zwei Samen, sprich: Bohnen, heran, die beide auf der jeweils anderen Bohne zugewandten Seite flach sind.

Manchmal passiert es aber, dass nur einer der beiden Samen befruchtet wird. Daraus entsteht dann eine Kaffeebohne ohne abgeflachte Seite, weil ihr Gegenspieler fehlt und sie sich innerhalb der Kirsche nach Herzenslust ausdehnen kann. So erhält sie dann ihre ovale Form, der ihr den Namen Perlbohne einbringt.

Auffallend häufig sollen Perlbohnen bei Kaffees aus Tansania auftreten. Insgesamt geht man davon aus, dass die mutierten Kaffeebohnen rund 5% bei jeder Ernte ausmachen. Daraus entstehen mittlerweile sogar eigene Specialty Coffee Varietäten, wie der Hawaiianisch Kona-Kaffee. Denn Perlbohnen sollen auch anders schmecken, weshalb sie üblicher Weise beim Ernteprozess aussortiert werden.

Die Perlbohne unterscheidet sich nicht nur in der Form von der normalen Zwillingsbohne, sondern auch in der Weiterverarbeitung. Aufgrund ihrer Rundung muss sie anders geröstet werden, als Bohnen mit einer abgeflachten Seite, um ein gleichmäßiges Röstergebnis zu erzielen. Kaffee aus Perlbohnen wird oft eine angenehmere Säure nachgesagt, ein komplexeres Aromenprofil und geringerer Körper, als Kaffee aus »normalen« Bohnen.

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Robusta ist neben Arabica die zweitbekannteste Art der Pflanzengattung Coffea. Ursprünglich stammt Robusta aus Zentral- und Westafrika, wird aber mittlerweile auch in Lateinamerika, allen voran in Brasilien, sowie in Südostasien angebaut, wo Vietnam mittlerweile zum weltweit führenden Robusta-Exportland aufgestiegen ist. Robustakaffees machen rund 40% der weltweiten Kaffeeproduktion aus. Im Vergleich zur meistverbreiteten Sorte, Arabica, verfügt Robusta über mehr Bitterstoffe und Koffein, sowie einen höheren Säuregehalt.

Ein Robusta-Baum kann bis zu 8 Meter hoch werden. Auf Kaffeeplantagen wird er meist durch Beschnitt kleiner gehalten, um die Kaffeekirschen leichter ernten zu können und den Strauch einfacher pflegen zu können. Robustakaffee gilt, wie es der Name erahnen lässt, als die robustere Kaffeeart, im Vergleich zu Arabica. Auch wachsen Robustasorten in geringerer Höhe, als Arabicas. Ihnen reicht eine Höhe von maximal 700 Metern aus. Deshalb wird bei Robusta auch von Tieflandkaffee gesprochen.

Aufgrund seiner widerstandsfähigeren Eigenschaften, gilt Robusta oftmals als der minderwertigere Kaffee, der vor allem für Blends verwendet wird. So findet sich etwa in handelsüblichem Espresso ein gewisser Robustaanteil, der darin für die typische Crema-Bildung verantwortlich ist. Es gibt jedoch durchaus Kaffeefarmer, die sich auf hochwertigen Robusta spezialisiert haben. Diese Spezialitätenrobustas sind aber meist nur in ausgewählten Geschäften erhältlich. Aufgrund seines hohen Koffeingehalts (doppelt so hoch wie bei Arabicas) gilt Robusta als idealer Kaffee zum Wachwerden.

Robusta ist kälteresistenter als Arabica, übersteht Dürrephasen besser und ist nicht so anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Außerdem werfen die Bäume mehr Ernte ab. Darum ist diese Kaffeeart einfacher und kostengünstiger anzubauen und zu pflegen, sowie zu verkaufen. Allerdings sind dies genau die Gründe, für die Robusta oftmals als minderwertig abgestempelt wird.

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Arabica ist der Name einer Pflanzenart der Gattung Coffea. Landläufig ist man der Meinung, dass es sich bei Arabica-Kaffee um die erste, jemals gezielt kultivierte Kaffeesorte handelt. Arabica macht 60% der globalen Kaffeeproduktion aus. Arabica-Sorten sind weniger säure-, bitterstoff- und koffeinhaltig, als die in niedrigeren Gefilden heimische Robusta-Sorte.

Die Arabica-Pflanze wächst in freier Natur bis zu 12 Meter, auf Plantagen höchstens 5 Meter in die Höhe und wird dort meistens auf eine Wuchshöhe von 2 Metern gestutzt, um die Ernte zu erleichtern. Arabica wird meistens auf einer Höhe von ungefähr 1.300 bis 1.500 Metern angebaut, es gibt aber auch Sorten, die auf bis zu 2.800 Höhenmetern noch gut gedeihen, solange die klimatischen, meteorologischen und Bodeneigenschaften stimmen.

Arabica kommt mit kühleren Temperaturen zwar zurecht, Frost verträgt sie jedoch nicht. Am besten gedeiht sie bei konstanten Temperaturen zwischen 15°C und 24°C in tendenziell eher schattiger Umgebung. Zwar ist eine Arabica-Pflanze erst nach 7 Jahren geschlechtsreif. Sie entwickelt jedoch bereits nach 2 bis 4 Jahren erste kleine, weiße Blüten, deren sehr intensiver Duft an den süßlichen Geruch von Jasmin erinnern.

Wachsen aus diesen Blüten zu viele Kaffeekirschen, kann das die Qualität der Ernte beeinflussen, weil die Nährstoffe, aus denen sich die Aromen entwickeln, auf zu viele Früchte verteilt werden. Auch aus diesem Grund werden Arabica-Pflanzen auf Kaffeeplantagen in aller Regel gestutzt. Denn hat eine Arabica ein Mal sehr viele Blüten und damit Kirschen ausgebildet, wird sie das in den nächsten Jahren immer wieder tun, weil die Pflanze ihren genetischen Fortbestand über das eigene Überleben stellt.

Die Arabica ist die einzige Spezies der Gattung Coffea, die mehr als zwei Chromosomensätze in ihren Zellen besitzt. Genau genommen trägt sie ihre 11 Chromosomen in vierfacher Ausführung in ihren Zellen. Vermutlich ist das dem Umstand geschuldet, dass Arabica selbst ein Hybrid aus Coffea Canephora und Coffea Eugenioides ist, die jeweils doppelte Ausführungen ihrer Chromosomensätze besitzen.

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Kaufempfehlung: Unsere kolumbianischen Arabica Kaffees

Als Single-Origin wird Kaffee bezeichnet, der nur einen einzigen geografischen Ursprung hat. Das kann entweder Kaffee sein, der von nur einer bestimmten Farm stammt. Oder es kann Kaffee gemeint sein, der zwar von diversen Farmen stammt, die aber alle in der gleichen Region angesiedelt sind. Manchmal findet man sogar Definitionen, wonach Single-Origin Kaffee ein Blend unterschiedlicher Kaffees aus dem gleichen Herkunftsland ist. Bisweilen kann damit sogar ein ganzes Land gemeint sein, das verschiedene Kaffeesorten anbaut, wie etwa Brasilien, Kolumbien oder Vietnam.

Üblicher Weise wird Kaffee nach der Farm benannt, auf der er angebaut wird, nach der Kaffeepflanze, nach der Art der Verarbeitung und meistens wird der Name des Landes, in dem er gewachsen ist, auch noch in den Namen integriert. So ist etwa ein Natural Ethiopia Yirgacheffe nach der naturbelassenen Verarbeitung des Yirgacheffe aus Äthiopien benannt. Und unser kolumbianischer El Bosque Honey-Fermented nach der Anbauweise im Wald (bosque = spanisch für Wald) und der honigbelassenen Fermentierung. Single-Origin Kaffees werden für ihren dezidierteren Geschmack einer oder gleichen Kaffeesorten gegenüber einem Blend aus unterschiedlichen Kaffees geschätzt und versprechen eine bessere Qualität.

Der Name »Single-Origin« könnte vermuten lassen, dass es bei diesen Kaffees einfacher ist, ihre Herkunft nachzuvollziehen. Das stimmt so nicht (immer). Der Begriff ist relativ vage definiert, weil der Single-Origin Kaffee genauso gut von 10 unterschiedlichen Farmen aus der gleichen Region stammen kann, wie von einer einzigen Farm aus 5 verschiedenen Plantagenparzellen oder von einer Farm und nur einer Parzelle. Meist schmecken zwei Single-Origin Kaffees aus dem gleichen Land trotzdem komplett unterschiedlich – weil eine der Farmen wahrscheinlich andere Sorten anbaut, als die andere.

Man kann Single-Origin grob gesagt in 2 Kategorien unterteilen. Das eine ist der Single-Estate Kaffee. Bei diesem Single-Origin Kaffee stammt der Rohkaffee vollständig von einer Farm, maximal von einer Farmgemeinschaft in der gleichen Region. Diese Single-Origin Kaffees gelten als besonders sortenrein. Das andere ist der Microlot-Kaffee, der von einem einzigen Feld bzw. einer einzigen Plantage einer einzigen Kaffeefarm stammt. Diese Kaffeebohnen wachsen alle auf der mehr oder weniger gleichen Höhe und werden alle am gleichen Tag geerntet. Viele solcher Microlot-Single-Origins werden für Spezialitätenkaffees verwendet.

Verwandte Blogartikel: Blend oder Single-Origin – was schmeckt besser?
Kaufempfehlung: Unsere kolumbianischen Single-Origin Kaffees

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Kaffee-Verarbeitung:

Blend ist das englische Wort für »mischen« bzw. »Mischung«. Damit ist bei Kaffeemischungen gemeint, dass mindestens zwei, mitunter aber auch mehr Kaffees unterschiedlicher Herkunft miteinander gemischt werden. Der Grundgedanke hinter Kaffeeblends ist es, aus den besten Eigenschaften verschiedenstämmiger Kaffees eine neuen, ausgewogenen Kaffee zu kreieren.

Einer der Vorteile von Blends ist, dass sie geschmacklich oftmals leichter zu reproduzieren sind, als Single Origins. Denn bei Blends kann man durch die Zugabe anderer Kaffees oder durch Variation des Mischungsverhältnisses die Schwächen der einzelnen Kaffeesorten ausgleichen.

Kaffees können sowohl vor als nach dem Rösten geblended, also gemischt, werden. Beide Varianten haben Vorteile. Wird zuerst geröstet, dann der Blend zusammengestellt, kann man alle Sorten punktgenau so rösten, dass jede das ideale Geschmacksprofil ausbildet. Allerdings muss dann ggf. bei jeder Charge das Verhältnis der geblendeten Sorten neu austariert werden. Wird indes der Blend als Gesamtprodukt geröstet, hat der Röster mehr Sicherheit bei der Chargengröße und Röstqualität.

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Der Begriff »Röstung« beschreibt einerseits den Prozess, bei dem grüner Kaffee in braune Bohnen verwandelt wird. Andererseits wird auch das Ergebnis dieses Prozesses als Röstung bezeichnet, wenn etwa von einer Espresso-Röstung oder einer hellen oder dunklen Röstung die Rede ist.

Bei der Röstung nehmen die grünen Kaffeebohnen zunächst die Hitze auf. Ab einer Temperatur von etwa 175°C geben sie Hitze ab. Ab da heizen sich die Kaffeebohnen sozusagen selbst und gegenseitig auf, was bedeutet, die Temperatur des Röstofens muss gegebenenfalls reguliert werden – je nachdem, welchen Röstgrad man erzielen möchte.

Der Röstgrad bestimmt beim Endprodukt die Einstufung in helle, mittlere oder dunkle Röstung. Je nach Röstung gilt Kaffee für bestimmte Zubereitungsarten als besser oder weniger gut geeignet. Als Faustregel kann man sagen, je dunkler die Röstung, desto kürzer der Kontakt mit Wasser bei der Extraktion.

Eine helle Röstung behält einen höheren Säure-Anteil, einen leichten Körper und kaum Röstaromen. Bei der mittleren Röstung sind die Zuckermoleküle karamellisierter, treten in den Vordergrund; die Säure indes in den Hintergrund. Das Ergebnis ist ein körperreicherer Kaffee mit leichten Röstaromen. Dunkle Röstungen werden schwerer und bittersüß.

Besonders bei mittlerer und dunklerer Röstung gibt es verschiedene Nuancen, die jeweils unterschiedliche Aromen zu Tage fördern. Den idealen Röstgrad muss der Röster gut abwägen, um das Geschmacksprofil des Kaffees möglichst ausgewogen und vollumfänglich, sowie zur Zubereitungsart passend zu gestalten.

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Kaffee-Zubereitung:

Der Syphon ist ein Kaffeebereiter, in dem unter Dampfdruck nach der Full-Immersion-Methode Kaffee zubereitet wird. Dazu macht sich der Syphon zwei physikalische Eigenschaften, Vakuum und Schwerkraft, zunutze. Diese Art der Kaffeezubereitung ist bereits seit 1830 bekannt und trat von Berlin aus seinen Erfolgszug um die Welt an und surft nun eifrig mit auf der Third-Wave Kaffeewelle.

Das individuelle Design und die Materialien des Syphons variieren je nach Hersteller, das Prinzip aber ist das gleiche. Optisch erinnert das Zubereitungsgerät ein wenig an eine Sanduhr. Die beiden Kammern sind vertikal über einen Siphon miteinander verbunden. Zur Zubereitung von Kaffee wir der untere Behälter mit Wasser gefüllt und luftdicht mit dem Verbindungsstück (Siphon) verbunden. Darauf wird dann die obere, offene Glaskammer gesetzt.

Nun wird die untere Syphon-Kammer erhitzt, wodurch das Wasser beginnt, zu verdampfen und Druck entsteht. Wenn das Wasser den Siedepunkt erreicht, ist der Dampfdruck genauso hoch wie der Luftdruck im oberen Syphon-Behälter. Steigt die Wassertemperatur weiter, ist der Druck der unteren Glaskammer größer als der Luftdruck in der oberen. Das hievt das Wasser von unten nach oben, sodass es in den oberen Teil des Syphons steigt.

Sobald das obere Behältnis mit Wasser gefüllt ist, wird das Kaffeepulver hinzugegeben und umgerührt. Dabei bleibt eine kleine Menge Wasser und Dampf in der unteren Syphonhälfte zurück. Die anhaltende Temperaturzufuhr sorgt dafür, dass der Druck aufrecht erhalten und das Wasser in der oberen Kammer verbleibt. Sobald sich das Kaffeemehl an der Oberfläche abgesetzt hat, wird erneut umgerührt und dann die Hitzequelle runter reguliert. Dadurch verringert sich der Druck in der unteren Syphonkammer, die Schwerkraft setzt sich durch, der Luftdruck nimmt zu und zwingt den zubereiteten Kaffee nach unten zu fließen.

Im Verbindungsstück des Syphons ist ein Kaffeefilter integriert (je nach Modell ist das ein Glasstab oder ein Sieb aus wahlweise Metall, Stoff, Papier oder Nylon). Dadurch wird das Kaffeemehl zurückgehalten, damit es nicht in die untere Syphonkammer fällt. Der Syphon selber kann aus hitzebeständigem Glas bestehen, aus Metall und sogar aus Kunststoffen.

Vielen gelten Syphons für den täglichen Gebrauch als zu komplex. Aufgrund des Geschmacksresultates aber, waren Kaffeesyphons bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein eine sehr weit verbreitete Zubereitungsmethode, die unter Kaffee-Aficionados bis heute eine treue Anhängerschaft hat.

Der Espressokocher, auch Espressokanne genannt, verdankt seinen Namen seiner italienischen Abstammung und einem großen Missverständnis. Der Espresso wird in Italien nämlich in jeder Kaffeebar als »normaler Kaffee« oder »Kaffee« (caffé normale, respektive: caffé) bestellt. Weil nun aber auch der Kaffee aus dem heimischen Espressokocher ein »caffé« ist, gehen viele Nicht-Italiener fälschlicher Weise davon aus, dass der Kaffee aus der Espressokanne ein Espresso ist. Tatsächlich aber ist die Zubereitung, die aus dem Espressokocher kommt, normaler Kaffee.

Der Kaffee aus der Espressokanne ist geschmacklich stärker, als Kaffee etwa aus einer Filtermaschine. Dies hängt einerseits mit der Zubereitungsart zusammen, andererseits damit, dass das Verhältnis von Kaffeepulver und Wassermenge ein konzentrierteres ist, sowie damit, dass das Pulver feiner gemahlen wird, als bei anderen Zubereitungsmethoden.

Der Espressokocher ist im Grunde genommen ein Perkolator, funktioniert aber – anders als der eigentliche Kaffee-Perkolator – umgekehrt. Im unteren Kannenteil befindet sich das Wasser. Dieses wird auf dem Herd erhitzt und sobald es kocht, sorgt der entstehende Druck dafür, dass das Wasser hochsteigt und sich den Weg durch den Filtereinsatz und das darin befindliche Kaffeemehl bahnt. Einmal dort durch, ergießt sich der gebrühte Kaffee dann in den oberen Kannenteil und ist nach wenigen Minuten trinkfertig.

Die Espressokanne hat in Sachen Nostalgiefaktor auf jeden Fall die Nase ganz weit vorn. Aber ein echter Espresso, der mit der Crema, den macht sie nicht. Dafür reicht der entstehende Druck schlichtweg nicht aus. Die dafür notwendigen 9 bar entstehen ausschließlich in der Espressomaschine.

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Der Mahlgrad ist das Rückgrat jedes guten Kaffees und sollte nicht unterschätzt werden. Er ist dafür verantwortlich, dass bei jeder Zubereitungsmethode die perfekte Menge an Geschmacksnuancen aus dem Kaffee gefiltert werden kann. Zu wenig Geschmack bedeutet eine Unterextrahierung, zu viel und der Kaffee ist überextrahiert. Ist der Mahlgrad zu grob für die gewählte Zubereitungsmethode, wird der Kaffee dünn und geschmacklos. Ist der Mahlgrad zu fein, wird der Kaffee dick, schwer und der Geschmack unangenehm.

Für ein möglichst homogenes Mahlergebnis ist es ratsam, auf eine Kaffeemühle mit Scheibenmahlwerk zurückzugreifen. Denn der Mahlgrad kann nur optimal eingestellt werden, wenn das Ergebnis möglichst uniform ist. Aus zu grobem Kaffeeschrot werden in der gleichen Zeit weniger Aromen extrahiert, als aus feinerem Pulver. Ist das Mahlergebnis also nicht homogen, wird aus unterschiedlichen Partikeln unterschiedlich viel Aroma extrahiert. Das Geschmacksergebnis ist uneinheitlich und unausgewogen.

Jede Zubereitungsart hat einen zum Geschmacksprofil passenden Mahlgrad. Zur Orientierung:

– Extra grober Mahlgrad: für Cold Brew und Cowboy Kaffee
– Grober Mahlgrad: für die French Press, für Perkulatoren und beim Cupping
– Mittelgrober Mahlgrad: für die Chemex und für Handfilter
– Mittlerer bis mittelfeiner Mahlgrad: für Siphon, Espressokannen und Aeropress
– Feiner Mahlgrad: für Handhebel- und Siebträger-Espressomaschinen, sowie Espressokannen
– Extra feiner Mahlgrad: für türkischen Mokka

Am Ende haben natürlich auch der persönliche Geschmack, sowie die Aromen des Kaffees ein Wörtchen mitzureden. Der Mahlgrad ist eine der Komponenten, mit denen man sehr viel spielen und jederzeit ein anderes Geschmacksergebnis erhalten kann.

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Eine French Press ist eine Pressstempelkanne, die, wie ihr Name erahnen lässt, vor allem in Frankreich verbreitet ist; oder vielmehr war, denn mittlerweile hat die French Press die Kaffeeküchen der ganzen Welt erobert. Der Ursprung der ersten French Press ist unklar. Vermutet wird, dass sie Mitte des 19. Jahrhunderts in der Tat in Frankreich erfunden wurde. Patentiert wurde sie allerdings im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts in Italien.

Die frühesten Stempelkannen bestanden aus einem Metall- oder Seihtuch-Sieb, das an einer Stange befestigt war. Zur Kaffeezubereitung wurde dieses rudimentäre Konstrukt in ein vom Durchmesser her passendes Gefäß mit heißem Wasser und geeignet gemahlenem Kaffeepulver gedrückt. Erst durch den Designer Faliero Bondanini durchlief die French Press diverse Konstruktionsänderungen, die er in den 1960er Jahren, unabhängig von der zuvor patentierten Version, als Eigenkonstruktion ebenfalls patentieren ließ. In Europa und Deutschland erfuhr die French Press einen Schub in Popularität und Verbreitung, als der dänische Küchengerätehersteller Bodum seine French Press auf den Markt brachte.

In ihrer modernen Ausführung besteht die French Press aus einem zylindrischen Behälter, auf den ein passender Deckel aufgesetzt wird, in den der Pressstempel samt Sieb eingearbeitet ist. Die French Press ist in unterschiedlichen Größen erhältlich, ebenso wie aus verschiedensten Materialien. Mittlerweile sind etwa auch Metallkannen auf dem Markt, die die Temperatur besser speichern, wodurch der Kaffee länger warm bleibt. Die klassische Variante hingegen besteht aus Glas mit einem Kunststoffdeckel. Die Filter sind in aller Regel aus Metall, manche Ausführungen bieten sie aber auch aus Nylon an.

Die Zubereitung in der French Press ist denkbar simpel. Die Kanne wird zunächst mit Kaffeepulver befüllt. Dann wird das Pulver mit Wasser bedeckt, umgerührt und ihm etwa 30 Sekunden Zeit zum Blooming gegeben. Danach wird das restliche Wasser eingegossen und der Deckel aufgesetzt. Etwa vier bis fünf Minuten später kann man den Kaffee nochmals umrühren, bevor man dann den Siebstempel langsam aber konstant nach unten drückt.

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Kaffee-Talk:

Wer bei Google nach diesem Suchbegriff sucht und keinen Bedarf an einschlägigen Websites hat, tut gut daran, Coffeeporn niemals getrennt zu schreiben! Bei korrekter Schreibweise indes bekommt man eine schier unendliche Flut reinster Kaffee-Ästhetik angeboten, die das Herz jedes Kaffeeliebhabers höher schlagen lässt.

Unter dem Hashtag #Coffeeporn sind aktuell über 10 Millionen Posts auf den Sozialen Netzwerken zu finden. Ungefähr jeder 45.236-ste Instagram-Post wird mit Coffeeporn getagged. Stand Anfang Juni 2020 sind fast 1,8 Millionen Instagram-Beiträge mit dem Hashtag versehen. Bei Twitter werden pro Woche im Schnitt circa 60 Tweets mit #Coffeeporn abgesetzt.

Unter dem beliebten Kaffee-Hashtag veröffentlichen Kaffeenerds und -liebhaber, Baristas und Röster regelmäßig optisch sehr ansprechende Bilder und Grafiken, die Kaffee aus unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten – auch Makroaufnahmen vom Zubereitungsprozess sind darunter, um den Betrachter ganz nah an das Objekt der Begierde heranzulassen.

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Der Begriff ist dem Englischen entnommen, wo der Kaffeegürtel »Bean Belt« oder auch »Cradle of Coffee«, die Wiege des Kaffees, genannt wird. Mit »Kaffeegürtel« ist der Abschnitt zwischen dem auch Wendekreis des Krebses genannten nördlichen Breitenkreis und dem sogenannten Wendekreis des Steinbocks, dem südlichsten Breitenkreis gemeint, an dem jeweils die Mittagssonne gerade noch den Zenit erreicht. Dort befinden sich die ertragreichsten Anbauregionen für Kaffee, die sich aus eurozentrischer Sicht von Mexiko im Westen bis nach Papua Neuguinea im Osten am Äquator entlang einmal um die Erde erstrecken.

Obwohl nur einige wenige Länder zu den Hauptanbauländern für Kaffee zählen, liegen circa 70 Länder innerhalb des Kaffeegürtels, in denen ideale klimatische Bedingungen für die Kultivierung von Kaffeepflanzen herrschen. Die Länder innerhalb des Bean Belts produzieren zusammen 20 Milliarden Pfund Kaffee pro Jahr. Zwischen circa dem 25. Breitengrad nördlicher Breite und dem 30. Breitengrad südlicher Breite gelegen, verläuft der Kaffeegürtel dem Äquator entlang durch die zentralen und südlichen Regionen Lateinamerikas, Asien und Afrika. Das Ursprungsland des Kaffees, Äthiopien, etwa liegt genau auf dem Äquator. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass dort ideale Anbaubedingungen für Kaffee herrschen.

Sein Verlauf führt den Kaffeegürtel von Mexiko nach Brasilien, vom Jemen nach Simbabwe und von Indien bis Papua Neuguinea und damit durch jede Menge Ländern, in denen tropisches Klima vorherrscht. Dort gibt es kaum extreme Temperaturschwankungen, zuverlässig viel Niederschlag und ein feucht-trockenes Wechselklima. Dank der üppigen Waldregionen, die die Kaffeepflanzen auch vor Hitze schützen, bieten die Gebiete innerhalb des Kaffeegürtels dem Kaffee genau das, was er für einen idealen Wachstum braucht. Denn geologisch betrachtet liegen viele der Kaffeenationen auch auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, dessen vulkanische Bodenstruktur für nährstoffreiche Böden sorgt.

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Den Begriff Specialty Coffee (Spezialitätenkaffee, nicht zu verwechseln mit Kaffeespezialität) hat die amerikanische Specialty Coffee Association (SCA) nachhaltig geprägt. Er beschreibt Kaffee aus Bohnen von höchster Qualität und best bewerteten Geschmack. Typischer Weise fließt die gesamte Supply Chain in die Einstufung eines Kaffees als Specialty Coffee ein. Das bedeutet, dass ein Spezialitätenkaffee nicht nur unter überdurchschnittlich hohen Bedingungen angebaut und verarbeitet wird, sondern auch unter optimalen Konditionen zubereitet wird.

Um einen Kaffee als Specialty Coffee deklarieren zu dürfen, muss eine Jury ihn bei einem anerkannten Cupping (Kaffeeverkostung) einhellig mit mindestens 80 von 100 Punkten bewerten. Die Bewertung erfolgt anhand eines von der SCA festgelegten, objektiven Kriterienkatalogs, in dem alle Abschnitte der Kaffeeproduktion Berücksichtigung finden. Darunter auch zulässige Mängel beim Rohkaffee, Wasserstandards und Stärke des Kaffees. Auch für die Notenvergabe legt die Association strenge und klare Standards fest.

Spezialitätenkaffees können generell in jedem Anbaugebiet entlang des sogenannten Kaffeegürtels kultiviert werden. Besonders bekannt für Specialty Coffees sind die zentralen und südlichen Regionen Lateinamerikas, Asien und Afrika. Als der teuerste Specialty Coffee der Welt gilt der Panama Geisha, von dem ein Pfund für 800 US-Dollar über den Ladentisch ging.

Im Handel ist Specialty Coffee nur über ausgesuchte Verkäufer erhältlich. Auch in Coffeeshops ist Spezialitätenkaffees kein Produkt, das unbedingt in den gängigen Franchiseketten serviert wird. Indes hat die Third Wave Coffee Bewegung, die hochwertigen und unter nachhaltigen und fairen Bedingungen angebauten Kaffee fördert und fordert, die Nachfrage nach Specialty Coffee geschürt.

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