Kaffee exportieren (DE)

Im Interview: Martin und Andreas von ImpEx Möller

Anzeige – Dieser Beitrag ist eine Kooperation mit ImpEx Möller.
ImpEx Möller exportiert Rohkaffee aus Kolumbien und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kaffeeproduzenten und Kunden fair zu behandeln. Sie garantieren ihren Bauern wirklich faire Preise und importieren beste, kolumbianische Spitzenqualität. Neben eigenen Projekten, mit denen sie das indigene Volk »Arhuacos« in Kolumbien unterstützen, liegt ihnen viel daran, dass soziale Aspekte vor Ort gefördert werden. Darunter fällt auch das sozialversicherte Arbeiten.

Das klingt hochspannend, dachten wir, und haben Martin und Andreas von ImpEx Möller ein paar Fragen zum Thema Kaffee-Export gestellt. Und zwar im:

Interview.

Andreas von ImpEx Möller mit Kaffeebauer Luis Calderon und Familie in Huila, Kolumbien.


 

Ihr exportiert Kaffee aus Kolumbien und Panama. Wie seid ihr genau auf diese beiden Länder gekommen?

 

Martin ist seit 2000 in Kolumbien unterwegs und hat von 2014 – 2016 in Panama gelebt. Seit über 2 Jahren lebt er in Medellin. Er ist 2004 durch einen kolumbianischen Geschäftspartner ins Kaffeegeschäft eingestiegen, zu diesem Zeitpunkt war es aber ausschließlich konventioneller kolumbianischer Rohkaffe. Nachdem sich das Rohkaffeegeschäft einseitig zum Nachteil der Kaffeebauern entwickelt hat, haben wir uns für Spezialitäten Kaffees entschieden.

 

Euer Sortiment umfasst hauptsächlich Kaffee aus Microlots, und sogar aus Nanolots. Worum handelt es sich dabei genau, und was ist der Unterschied zu größeren Kaffeelots?

 

Durch die geringen Mengen in Nano/Microlots kann die Qualität um ein Vielfaches verbessert werden. Unsere Lots haben maximal 12 Säcke, unser kleinstes Lot umfasst nur einen Sack. Bei großen Anbauflächen ist es unmöglich, die nötige Zeit für den Arbeitsaufwand sicherzustellen. Um hochwertige Kaffees produzieren zu können, müssen in allen Prozessen immer wieder Kontrollen durchgeführt werden. Gerade bei speziellen Varietäten muss Vorsicht geboten werden. Die Kaffees sind sehr viel krankheitsanfälliger als die robusten Arabica Sorten wie z.B Castillo: Bodenanalysen, Kontrolle der Pflanzen auf Schädlingsbefall oder Krankheiten, bei unseren Partnern werden Dünger aus maximal ökologisch verträglicher Herstellung eingesetzt. Diese Kontrollen nehmen sehr viel mehr Zeit in Anspruch. Ein weiterer Zeitfaktor ist die Ernte: Es ist absolut wichtig, dass nur die reifen Kirschen geerntet werden. Danach, bei der Fermentierung, sind weitere zeitaufwändige Prozesse vonnöten. Große Fincas können dieses unmöglich leisten.

Microlot, gesehen auf unserer Kolumbienreise. Foto: Maik Reichert (KUKUKK)


Wie muss ich mir die Organisation bei kleinen Microlots vorstellen: Wer holt die (meist wenigen) Säcke Kaffee beim Bauer ab, und wie schafft ihr es, dass alle Kaffeesäcke rechtzeitig beim Schiffscontainer eintreffen?

 

Wir haben in verschiedenen kolumbianischen Anbauregionen Bauern unseres Vertrauens beauftragt gute Kaffeeproduzenten zu suchen. Es werden dann Muster an uns geschickt. Nachdem wir den Kaffee im Labor getestet haben und dieser für gut befunden wurde, besuchen wir die Fincas persönlich und es werden bei unseren Bauern die Kaffees eingelagert. Sobald der Kaffee akzeptiert wurde, muss sofort bezahlt werden. Der Einkauf von unseren Kaffees ist ein logistischer Kraftakt. Danach werden alle Kaffees aus den verschiedenen Regionen zu einer zentralen Dry Mill (Trilladora) transportiert.

We want to introduce.

Coffee tells stories. All around the world. Some of them put a smile on your face. Some are thought-provoking. Some are inspiring. From some stories you can learn a bunch of things you didn’t know before. Other stories in turn give you a new perspective regarding things. And some stories connect.

No matter what your story is about – if it treats of coffee, we want to share it with our readers. Because all CafCaf STORIES are as different as interesting and they reflect how diverse we all coffee lovers are. Worldwide.

What is your story?

Ihr pflegt direkten Kontakt zu den Produzenten. Wie wichtig ist euch diese Verbindung zu den Kaffeebauern, und wie schafft ihr es, Vertrauen in der Zusammenarbeit zu gewinnen?

 

Der persönliche Kontakt ist das Wichtigste überhaupt. Nur durch diesen persönlichen Kontakt wird ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Beidseitiges Vertrauen ist die Basis einer kontinuierlichen Qualitätssteigerung des Kaffees. Außerdem können wir dadurch persönlich sehen, wie auf den Fincas produziert wird und Hilfeleistungen durch bessere Produktionsverfahren geben. Des Weiteren können wir durch diese persönlichen Kontakte echte Beziehungen aufbauen. Wir laden unsere Kunden ein, diese Fincas persönlich zu besuchen; dadurch können sie sich selber ein Bild von der Produktion unseres Kaffees machen. Es ist unser Anliegen, dass der Kunde einen 100%ig transparenten Handel erfährt.

Durch unsere persönlichen Kontakte haben wir uns einen sehr guten Ruf aufgebaut. Wir zahlen nicht nur bessere Preise, sondern helfen den Produzenten auch mit Informationen zur Verbesserung der Produktion.

 

»Trilladora« in Kolumbien. Foto: Maik Reichert (KUKUKK)


 

Wie steht ihr zum Thema Fairtrade: Exportiert ihr unter diesem Siegel, oder wie sind eure Konditionen bei der direkten Zusammenarbeit mit den Bauern?

 

Das Thema Fairtrade ist sehr komplex. Es ist unmöglich, ein Fairtrade Siegel für diese Fincas zu beantragen. Wie kann eine Finca mit einer Produktion von Microlots die Kosten für dieses Siegel tragen? Wir zahlen unseren Bauern weit mehr als der übliche Fairtrade Preis, dieser liegt in Kolumbien bei 1,60 US$ pro Pfund. Unsere Kaffees werden nach Qualität und Varietät bezahlt. Unsere Einkaufpreise können weit über 20,00 US$ pro Pfund liegen. Auch deshalb laden wir unsere Kunden ein, Kolumbien zu besuchen. Wir zeigen den ganzen Prozess der Produktion. Dabei kann natürlich auch der Bauer nach unseren Preisen befragt werden. Wir arbeiten völlig anders als andere Rohkaffeeanbieter, nur durch die Arbeit vor Ort kann man das echte Fairtrade sicherstellen. Durch unsere eigene Exportlizenz schließen wir etwaige Zwischenhändler aus und können zu 100% die Qualitäten garantieren.

 

Beim Export seid ihr mit Sicherheit einigen Problemen ausgesetzt. Was gibt es zu beachten, wieviel Bürokratie steckt dahinter?

 

Es sind nach den logistischen Problemen in Kolumbien vor allem sicherheitsrelevante Probleme. In Kolumbien übersteigen die Transportkosten im Land die des Seetransports. Der Transport muss aus Sicherheitsgründen mit Geleit zum Hafen gebracht werden. Ein anderes Problem bei der Verschiffung ist, dass der Container eine Woche vor Verladung im Hafen sein muss. Kolumbien ist leider nicht nur wegen guten Kaffees weltweit bekannt. Daraus ergibt sich eine strickte Drogenkontrolle im kolumbianischen und deutschen Hafen. Diese verzögert den ganzen Ex- und Importprozess um mindestens eine Woche. Ein anderer Zeitfaktor ist die kolumbianische Kaffee-Föderation. Jeder Kaffee, der Kolumbien verlässt, muss die Genehmigung der Federacion erhalten. Für Deutschland wird dann noch ein Gesundheitszertifikat benötigt.

Kaffeepflanze in Kolumbien. Foto: Maik Reichert (KUKUKK)


 

Rohkaffee verbringt sehr viel Zeit auf Containerschiffen. Wie schafft man es, dass der Kaffee beim Abladen in Hamburg die gleiche Qualität aufweist wie beim Beladen in Kolumbien?

 

Durch die Frische unseres Kaffees gibt es absolut keine Probleme mit der Lagerhaltung. Alle unsere Kaffees werden in Grain Pro Säcken verschifft. Ein Grain Pro Sack ist ein Inlet eines Fique Sackes. Es ist ein Plastiksack mit einer atmungsaktiven Membran. Dadurch ist der Zeitfaktor kein Problem. Wir können 12 Monate Frische garantieren.

 

Bildergalerie von ImpEx Möller

 

Wir verabschieden uns am Ende unserer Beiträge gerne von Halbwissen über Kaffee, sagen Adieu. Was wollt ihr an dieser Stelle loswerden?

 

Adieu, Halbwissen

In Europa meint man, dass ein kolumbianischer Excelso Kaffee ein Qualitätsmerkmal darstellt. Richtig ist, dass jeder exportfähige kolumbianische Kaffee ein Excelso ist. Dieses sagt aber rein gar nichts über die Qualität aus, es muss nur der Standard der Federation erreicht werden. 12/60 Defekte auf 500g, max. 12% Feuchte, saubere Tasse und die jeweilige Größe der Bohnen.

Leider wissen die wenigsten Endverbraucher, dass es in Deutschland eine Kaffeesteuer von 2,19 Euro pro Kilo gibt. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass es einen Röstverlust (Gewichtsverlust beim Rösten) von 17–18% gibt, kann man sich vorstellen, was für Qualitäten von Rohkaffees in der deutschen Kaffeeindustrie verarbeitet werden. Es kann nicht angehen, dass die Preise in deutschen Supermärkten existenzbedrohende Folgen für den Bauern haben. Es ist aber auch nicht fair dem Endkunden gegenüber. Man sollte überlegen, dass ein Kilo Kaffee 120 Tassen ergibt. Ich glaube nicht, dass es ein Problem ist, wenn man 20–30 Cent für eine Tasse ausgibt. Es muss in die Köpfe, dass Qualität und Fairness einen Preis haben. Kaffee hat mehr Aromen als Wein, ca. 800–1200. Kaffee muss auch aus diesem Grund so gehandelt werden, die Unterschiede in Geschmack und Qualität sind exakt die selben wie beim Wein, Whisky etc.

Leider gibt es Globalplayer, die Kaffee als Spekulation sehen. Kaffee ist nach Erdöl das am meisten gehandelte Produkt an den Börsen. Es werden nur ca. 10% Kaffeeverträge wirklich abgewickelt, alles andere ist reine Spekulation. Der weltweite Kaffeemarkt wird dadurch leider nicht durch Angebot und Nachfrage geregelt, der Produzent hat natürlich das Nachsehen.

Adieu, Halbwissen

In Europa meint man, dass ein kolumbianischer Excelso Kaffee ein Qualitätsmerkmal darstellt. Richtig ist, dass jeder exportfähige kolumbianische Kaffee ein Excelso ist. Dieses sagt aber rein gar nichts über die Qualität aus, es muss nur der Standard der Federation erreicht werden. 12/60 Defekte auf 500g, max. 12% Feuchte, saubere Tasse und die jeweilige Größe der Bohnen.

Leider wissen die wenigsten Endverbraucher, dass es in Deutschland eine Kaffeesteuer von 2,19 Euro pro Kilo gibt. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass es einen Röstverlust (Gewichtsverlust beim Rösten) von 17–18% gibt, kann man sich vorstellen, was für Qualitäten von Rohkaffees in der deutschen Kaffeeindustrie verarbeitet werden. Es kann nicht angehen, dass die Preise in deutschen Supermärkten existenzbedrohende Folgen für den Bauern haben. Es ist aber auch nicht fair dem Endkunden gegenüber. Man sollte überlegen, dass ein Kilo Kaffee 120 Tassen ergibt. Ich glaube nicht, dass es ein Problem ist, wenn man 20–30 Cent für eine Tasse ausgibt. Es muss in die Köpfe, dass Qualität und Fairness einen Preis haben. Kaffee hat mehr Aromen als Wein, ca. 800–1200. Kaffee muss auch aus diesem Grund so gehandelt werden, die Unterschiede in Geschmack und Qualität sind exakt die selben wie beim Wein, Whisky etc.

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