Der Syphon ist ein Kaffeebereiter, in dem unter Dampfdruck nach der Full-Immersion-Methode Kaffee zubereitet wird. Dazu macht sich der Syphon zwei physikalische Eigenschaften, Vakuum und Schwerkraft, zunutze. Diese Art der Kaffeezubereitung ist bereits seit 1830 bekannt und trat von Berlin aus seinen Erfolgszug um die Welt an und surft nun eifrig mit auf der Third-Wave Kaffeewelle.

Das individuelle Design und die Materialien des Syphons variieren je nach Hersteller, das Prinzip aber ist das gleiche. Optisch erinnert das Zubereitungsgerät ein wenig an eine Sanduhr. Die beiden Kammern sind vertikal über einen Siphon miteinander verbunden. Zur Zubereitung von Kaffee wir der untere Behälter mit Wasser gefüllt und luftdicht mit dem Verbindungsstück (Siphon) verbunden. Darauf wird dann die obere, offene Glaskammer gesetzt.

Nun wird die untere Syphon-Kammer erhitzt, wodurch das Wasser beginnt, zu verdampfen und Druck entsteht. Wenn das Wasser den Siedepunkt erreicht, ist der Dampfdruck genauso hoch wie der Luftdruck im oberen Syphon-Behälter. Steigt die Wassertemperatur weiter, ist der Druck der unteren Glaskammer größer als der Luftdruck in der oberen. Das hievt das Wasser von unten nach oben, sodass es in den oberen Teil des Syphons steigt.

Sobald das obere Behältnis mit Wasser gefüllt ist, wird das Kaffeepulver hinzugegeben und umgerührt. Dabei bleibt eine kleine Menge Wasser und Dampf in der unteren Syphonhälfte zurück. Die anhaltende Temperaturzufuhr sorgt dafür, dass der Druck aufrecht erhalten und das Wasser in der oberen Kammer verbleibt. Sobald sich das Kaffeemehl an der Oberfläche abgesetzt hat, wird erneut umgerührt und dann die Hitzequelle runter reguliert. Dadurch verringert sich der Druck in der unteren Syphonkammer, die Schwerkraft setzt sich durch, der Luftdruck nimmt zu und zwingt den zubereiteten Kaffee nach unten zu fließen.

Im Verbindungsstück des Syphons ist ein Kaffeefilter integriert (je nach Modell ist das ein Glasstab oder ein Sieb aus wahlweise Metall, Stoff, Papier oder Nylon). Dadurch wird das Kaffeemehl zurückgehalten, damit es nicht in die untere Syphonkammer fällt. Der Syphon selber kann aus hitzebeständigem Glas bestehen, aus Metall und sogar aus Kunststoffen.

Vielen gelten Syphons für den täglichen Gebrauch als zu komplex. Aufgrund des Geschmacksresultates aber, waren Kaffeesyphons bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein eine sehr weit verbreitete Zubereitungsmethode, die unter Kaffee-Aficionados bis heute eine treue Anhängerschaft hat.