Als Perlbohne, auch: Peaberry (engl., wörtlich: Erbsenbeere) oder Caracol (span. wörtlich: Schnecke), wird eine Sonderform der Kaffeebohne bezeichnet. Genau genommen handelt es sich bei der Perlbohne um eine Mutation. Normalerweise wachsen in der Kaffeekirsche zwei Samen, sprich: Bohnen, heran, die beide auf der jeweils anderen Bohne zugewandten Seite flach sind.

Manchmal passiert es aber, dass nur einer der beiden Samen befruchtet wird. Daraus entsteht dann eine Kaffeebohne ohne abgeflachte Seite, weil ihr Gegenspieler fehlt und sie sich innerhalb der Kirsche nach Herzenslust ausdehnen kann. So erhält sie dann ihre ovale Form, der ihr den Namen Perlbohne einbringt.

Auffallend häufig sollen Perlbohnen bei Kaffees aus Tansania auftreten. Insgesamt geht man davon aus, dass die mutierten Kaffeebohnen rund 5% bei jeder Ernte ausmachen. Daraus entstehen mittlerweile sogar eigene Specialty Coffee Varietäten, wie der Hawaiianisch Kona-Kaffee. Denn Perlbohnen sollen auch anders schmecken, weshalb sie üblicher Weise beim Ernteprozess aussortiert werden.

Die Perlbohne unterscheidet sich nicht nur in der Form von der normalen Zwillingsbohne, sondern auch in der Weiterverarbeitung. Aufgrund ihrer Rundung muss sie anders geröstet werden, als Bohnen mit einer abgeflachten Seite, um ein gleichmäßiges Röstergebnis zu erzielen. Kaffee aus Perlbohnen wird oft eine angenehmere Säure nachgesagt, ein komplexeres Aromenprofil und geringerer Körper, als Kaffee aus »normalen« Bohnen.

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