Der Espressokocher, auch Espressokanne genannt, verdankt seinen Namen seiner italienischen Abstammung und einem großen Missverständnis. Der Espresso wird in Italien nämlich in jeder Kaffeebar als »normaler Kaffee« oder »Kaffee« (caffé normale, respektive: caffé) bestellt. Weil nun aber auch der Kaffee aus dem heimischen Espressokocher ein »caffé« ist, gehen viele Nicht-Italiener fälschlicher Weise davon aus, dass der Kaffee aus der Espressokanne ein Espresso ist. Tatsächlich aber ist die Zubereitung, die aus dem Espressokocher kommt, normaler Kaffee.

Der Kaffee aus der Espressokanne ist geschmacklich stärker, als Kaffee etwa aus einer Filtermaschine. Dies hängt einerseits mit der Zubereitungsart zusammen, andererseits damit, dass das Verhältnis von Kaffeepulver und Wassermenge ein konzentrierteres ist, sowie damit, dass das Pulver feiner gemahlen wird, als bei anderen Zubereitungsmethoden.

Der Espressokocher ist im Grunde genommen ein Perkolator, funktioniert aber – anders als der eigentliche Kaffee-Perkolator – umgekehrt. Im unteren Kannenteil befindet sich das Wasser. Dieses wird auf dem Herd erhitzt und sobald es kocht, sorgt der entstehende Druck dafür, dass das Wasser hochsteigt und sich den Weg durch den Filtereinsatz und das darin befindliche Kaffeemehl bahnt. Einmal dort durch, ergießt sich der gebrühte Kaffee dann in den oberen Kannenteil und ist nach wenigen Minuten trinkfertig.

Die Espressokanne hat in Sachen Nostalgiefaktor auf jeden Fall die Nase ganz weit vorn. Aber ein echter Espresso, der mit der Crema, den macht sie nicht. Dafür reicht der entstehende Druck schlichtweg nicht aus. Die dafür notwendigen 9 bar entstehen ausschließlich in der Espressomaschine.

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