Wer sich beim Kaffeetrinken nicht nur auf die treuen Dienste seiner heimischen Filtermaschine verlässt, hat im ein oder anderen Coffeeshop bestimmt schon mal Erfahrungen mit dem Flat White gemacht. Zumindest dem Namen nach dürfte diese Kaffeeneuheit einigen bekannt sein.
Aber was ist der Flat White eigentlich? Wo kommt er her? Und was macht ihn so beliebt?
Flat White. CafCaf – Kaffee & Blog, Kaffeeblog

Was ist ein Flat White?

Kaum einer würde in Deutschland wohl auf die Idee kommen, ein Kaffeegetränk einen »flachen Weißen« zu nennen. Aber auf Englisch klingt das erstens cool und zweitens hat der Name tatsächlich Sinn. Flach, also flat, und Weiß, also white, beziehen sich auf den Milchschaum des Flat Whites. Dieser ist nämlich feiner und flacher als bei artverwandten Milchkaffees, wie etwa dem Cappuccino oder Espresso Macchiato.

Wenngleich die Basis eines Flat Whites der eines Cappuccinos durchaus ähnlich ist, sind die Unterschiede doch nicht unerheblich. So ist die Grundlage für beide Kaffeevariationen Espresso und Milch. Zubereitet werden sie allerdings anders:


 

Wie Cappuccino entsteht

Ein Cappuccino (Deutsch: Häubchen) besteht aus einem Espresso (25 ml), der mit heißem Milchschaum (100 – 150 ml) aufgegossen wird. Das Bestäuben des Cappuccinos mit Kakao wirkt dagegen längst etwas bieder, wird aber hier und da noch angeboten.

 


 

Wie ein Flat White zubereitet wird

Anders als der Cappuccino besteht der Flat White aus einem Ristretto Doppio. Im Grunde genommen ist auch der Ristretto ein Espresso, nur wird er mit etwa 10 ml weniger Wasser bei gleicher Pulvermenge gebrüht. Da es sich bei dem Flat White um einen Kaffee auf Basis eines doppelten Ristretto handelt, ist die Kaffeemenge bei Cappuccino und Flat White ungefähr gleich. Der Flat White ist allerdings stärker als sein italienischer Cousin.

Der Ristretto wird ebenfalls mit etwa 100 ml Milchschaum aufgefüllt. Allerdings wird der Milchschaum für den Flat White weniger dicht aufgeschäumt, als für den Cappuccino. Dadurch bleibt die Milch flüssiger, der Milchschaum selbst wird feinporig (siehe auch unser Tutorial: Die perfekt geschäumte Milch). Die Schaumhaube eines Flat White dadurch flacher und flüssiger als beim Cappuccino.

 


 

Woher kommt der Flat White?

Der Flat White ist der »etwas andere« Cousin des Cappuccinos. Und das ist nicht weiter verwunderlich, bedenkt man seine Herkunft. Die liegt in dem Land, in dem Flip-Flops Thongs heißen, in dem Fremde Mate und Freunde Cunt genannt werden. Einem Land also, in dem so manches irgendwie »etwas anders« läuft. Die Rede ist von Australien.

Nun ist Australien nicht unbedingt ein Land, das wir hier mit einer ausgeprägten Kaffeekultur assoziieren. Das mag auch daran liegen, dass uns die amerikanische Kultur insgesamt und deren Kaffeekultur im Speziellen näher steht. Tatsächlich existiert dort aber nicht nur ein großes Verständnis von Kaffee. Es ist auch – wie vieles Down Under – ein »etwas anderes« als unseres.

So beschreibt der Melbourner Barista Andrew Pricop es:

»In anderen Ländern wird [der Kaffee] mit Arbeit und Stress verbunden. Bei uns mit Freizeit und Erholung.«

– Barista Andrew Pricop

Der Flat White kommt also aus Australien und wurde dort bereits in den Achtzigern zubereitet. Als Abwandlung des von den italienischen Einwanderern mitgebrachten Cappuccinos. Einige Quellen bezeichnen den Flat White als missglückten Zubereitungsversuch eines Cappuccinos. Sicher ist aber nur, dass er namentlich auf einer Karte das erste Mal in Sydney Mitte der 1980er Jahre auftauchte.

 

Warum ist der Flat White so im Trend?

Abgesehen vom modernen Namen, der frischen Wind auf die Kaffeekarte bringt, hat der Flat White auch ein cooleres Image, als der angestaubte Cappuccino – und durch die fein geschäumte Milch wird er meist auch mit verzierender Latte-Art serviert. Und wahrscheinlich liegt darin auch das größte Geheimnis seines Erfolges. Der Flat White erobert Europa und Amerika im Sturm. Wahrscheinlich muss man ihn einfach mal selbst probieren, um zu verstehen, warum der Flat White auf der Überholspur ist und den Hype verdient.

Und dazu braucht es gar nicht viel Eigeninitiative: Wer in einem modernen, guten Café einen »Cappuccino« bestellt, bekommt mittlerweile eine Art »halber Flat White« serviert, sprich einen Flat White auf Basis eines einzelnen Espressos. Aber mit feiner, perfekt geschäumter Milch

Kaffeetrends im Überblick

Der Flat White ist nicht der einzige »neue« Kaffeetrend aus Australien, den Coffeeshops aktuell verzeichnen. Zu den gefragtesten Kaffeegetränken gehören momentan auch der Cold Drip und der Batch Brew.

Klingt hipp und frisch und schmeckt gut. Der Cold Drip ist eine Zubereitungsvariante des Cold Brews, bei dem Kaffeepulver mit eiskaltem Wasser über Stunden auf frisch gemahlenes Kaffeepulver getröpfelt wird.

Der Batch Brew klingt ausgefallener als er ist. Bei Batch Brewing handelt es sich nämlich schlichtweg um große Filterkaffeemaschinen. Sicher kennt der ein oder andere sie aus dem Büro. In Deutschland finden bei diesen Filtermaschinen oft Kannen mit Pumpfunktion Einsatz.

Manch ein Kaffeefeinschmecker wird nun schon die neu gewonnene Renaissance der Kaffeehochkultur dem Untergang geweiht sehen. Aber wie bei jeder Zubereitungsart, hat sich im besten Fall auch die Batch-Brew-Maschine weiterentwickelt und man kann mit den richtigen Kaffees und Mengenverhältnissen einen leckeren Filterkaffee zaubern. Fragt doch einfach mal beim Australier eures Vertrauens nach.

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